Sehnsucht (Sylt) und Angst

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Zweitausendzwölf.

Zwei junge Eltern Anfang dreißig fahren voller Vorfreude auf den Autozug, der sie und ihren kleinen Sohn auf die Insel bringen wird. Es ist ihr erster gemeinsamer Urlaub zu dritt, der erste Urlaub als Familie. Sie sind noch ziemlich neu im Elterngeschäft, ihr Junge ist erst 10 Monate alt. Sie fühlen ein Kribbeln im Bauch und das Glück wohnt in ihren übervollen Herzen. Während der Zug über plattes Land rattert, sitzt das Kind auf dem Schoß seines Vaters und brabbelt selig darüber, das Lenkrad halten zu dürfen.

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Sie wissen noch nicht, dass sie in den nächsten Tagen viele Stunden über den Strand wandern werden, während der Wind bläst, das Meer tobt und der kleine Junge friedlich im Tragetuch schlummert. Sie wissen auch noch nicht, dass ihr Sohn sich beim Spielen im Sand plötzlich an den Strandkörben hochziehen und seine ersten Gehversuche machen wird. Sie wissen ebenfalls noch nicht, dass sie sechs Jahre später wieder in diesem Autozug sitzen werden, mit dem großen Jungen und seiner kleinen Schwester auf dem Rücksitz und einem weiteren Kind unter dem Herzen.

 

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Zweitausendachtzehn.

Die Hoffnung auf die tosenden Wellen und die langen Strandspaziergänge hält sich hartnäckig im Herzen der Mutter, obwohl sie es eigentlich besser weiß. Sie ist gebeutelt von den anstrengenden ersten Wochen der Schwangerschaft uns sehnt sich nach dem Frieden der wilden See. Sie weiß eigentlich, dass ihre Kinder von Spaziergängen so viel halten wie von Spinat und dass mit nur einem Blick auf den strahlend blauen Himmel nicht mehr als sanft plätscherndes Wasser zu erwarten ist. Also verschiebt sie die Hoffnung auf die kommenden Tage und genießt das wunderschöne Hotel mit den vielen Annehmlichkeiten, die sie in ihrem Alltag lange nicht mehr gewöhnt ist. Sie fühlen sich alle vier sehr wohl dort. Es ist gemütlich, vor dem Fenster steht der Leuchtturm, das Frühstück lässt keinen ihrer Wünsche offen und die Nachmittage verbringen sie im Wellness-Bereich beim Schwimmen und in Dampfbad und Sauna. Was will man mehr?

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Fragt sich die Mutter, und doch – ein kleines Stechen bleibt. Sie hat immerzu das tosende Meer vor Augen, dessen Anblick sie damals so nachhaltig beeindruckt hat. Das Gefühl des starken Windes im Haar und des grobkörnigen Sandes unter ihren Füßen hat sich tief in ihrem Inneren verankert, in Einklang mit dem donnernden Rauschen der Wasserfluten im Ohr. Das war das Sylt, das sie im Herzen getragen hatte. Nun kommt sie kaum an den Strand, weil die Kinder den Wellnessbereich mit dem beleuchteten kleinen Schwimmbecken nur widerwillig verlassen. Wenn sie mal bis ans Meer kommen, dann strahlt immer nur die Sonne, es geht kaum mehr als ein laues Lüftchen und das Meer ist still und unbewegt. Die Unzufriedenheit der Kinder darüber, wann man denn endlich wieder zurück ins Hotel und schwimmen gehen könnte, tut der Stimmung ihr Übriges.

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Nach ein paar Tagen und unerfüllten Herzenswünschen knallt die Mutter auf den Boden der Tatsachen. Gewusst hat sie es, natürlich. Nicht das mit dem Wetter, wer kann das schon wissen? Aber dass ihre Kinder ganz andere Bedürfnisse haben als sie, das hat sie sehr genau gewusst. Und doch hat sie dieses Wissen sehr erfolgreich immer wieder ganz nach hinten gedrängt, weit hinter die Hoffnung, es möge vielleicht doch anders kommen. Hoffen, das kann sie gut, Realist ist sie nie gewesen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie guter Hoffnung ist und ein drittes Kind unter ihrem Herzen trägt, obwohl es ihr manchmal so viel Angst macht. Denn ein weiteres Kind mit eigenen Bedürfnissen, die gehört werden wollen, das wird sie ihren eigenen Bedürfnissen nicht unbedingt näher bringen. Das wusste sie sehr genau, und doch.

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Ein Kind, das war für sie und ihren Mann immer eine Entscheidung mitten aus dem Herzen. Und wenn sie ihre beiden Kinder über den Strand toben sehen mit ihren Drachen am Himmel, wie sie gemeinsam lachen und ihnen miese Kinderwitze erzählen, wie sie spielen, dass sie sich im Schwimmbecken gegenseitig das Schwimmen beibringen, wie sie versuchen ganz erwachsen in der Sauna zu sitzen und sich am Abend zusammen einkuscheln, dann fühlt es sich richtig an. Genau das lieben sie so sehr an ihren Kindern und genau deswegen wollten ihre Herzen mehr. Ein Rest Zweifel bleibt, mal mehr, mal weniger. Aber das Herz tut nun mal, was es will. Und das ist auch ganz gut so.

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Ein ganz großer Dank…

…geht an Sandra von Wortkonfetti, bei der wir diese wunderbare Reise gewonnen haben. Vor allem aber möchten wir uns von Herzen beim Team vom Apartmenthotel am Leuchtturm bedanken, die uns so großzügig bewirtet haben. Wir haben uns sehr wohl gefühlt in ihrem familienfreundlichen Haus und können es euch uneingeschränkt weiterempfehlen. Allein der Ausblick auf den Leuchtturm ist eine Übernachtung wert, aber auch die liebevolle Einrichtung, der tolle Wellnessbereich, das großartige Frühstück und vor allem das immer hilfsbereite Personal haben unseren Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht. Wir kommen auf jeden Fall wieder, dann zu fünft.

 

Offenlegung ° Die Danksagung basiert auf einer Einladung vom Apartmenthotel am Leuchtturm . Wir haben die Reise gewonnen, an unserer Begeisterung ändert das natürlich nichts. Wir sind unglaublich dankbar für so viel Gastfreundschaft, die uns entgegen gebracht wurde.

 

 

Du möchtest dir diese Geschichte für später merken? Bitteschön.

Drittes Kind - Sehnsucht und Angst

 


6 Gedanken zu “Sehnsucht (Sylt) und Angst

  1. Oh wow, ich freue mich sehr für Dich / euch – herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe die nächsten Schwangerschaftswochen sind dann vielleicht mit mehr Leichtigkeit gefüllt…Alles Liebe!

  2. Oh, liebe Barbara, du bist wieder schwanger und erwartest euer drittes Kind?! Wie schön. Das habe ich ja noch gar nicht mitbekommen. Ich wünsche dir bzw euch alles Gute für Schwangerschaft und freue mich mit dir, dass dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Herzliche Grüße, Christine

Schreibst Du mir? Wie schön, ich freu mich!

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