Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

 

Der Mann und ich sind seit mehr als 6 Jahren Eltern, fast vier davon von zwei Kindern. Vieles hat sich seitdem verändert. Nicht nur für uns als Individuen oder in unserem Leben im Allgemeinen, sondern natürlich auch in unserer Beziehung zueinander. Es gab schleichende Veränderungen im Gleichgewicht zwischen uns beiden und der Kampf gegen das Sich-selbst-nicht-verlieren tat sein Übriges. Nach einigen Jahren Erfahrung und viel Trial-and-Error meinen wir, für uns einen Weg gefunden zu haben, wie wir gute Eltern sein können und uns gleichzeitig selbst sowie unsere Paarbeziehung nicht aus den Augen verlieren. Zumindest jetzt klappt es gut. Klar kann sich das jederzeit ändern, denn wenn eins unberechenbar ist, dann Kinder. Eltern kennen das. Sie wachsen und entwickeln sich und das bringt immer neue Herausforderungen mit sich, mit denen wir als Eltern umgehen müssen. Das fällt uns meistens nicht einfach so in den Schoß, sondern wir müssen es erstmal lernen. Aber auch wenn sich hier mal alles um 180° drehen sollte – wir wissen, wir können immer wieder auf uns zugreifen.

 

Unser Mindset ° Die Paarbeziehung ist der Kern unserer Familie

Wir sind überzeugt: Für keinen von uns vier wäre es gut, wenn die Kinder unser Zentrum wären. Wir als Eltern wären ausgelaugt und frustriert, unsere eigenen Wünsche immer hinten an zu stellen, die Kinder auf der anderen Seite könnten eine wichtige Lektion nicht lernen: alle Menschen haben Bedürfnisse und Grenzen – nicht nur sie selbst. Auch einer Mama wird es mal zu viel, auch ein Papa möchte mal Zeit für sich haben. Wir Eltern sind keine Bedürfnis-Still-Maschinen (obwohl wir uns an manchen Tagen tatsächlich so vorkommen), wir sind Menschen wie alle anderen auch. Natürlich kommt es dabei auf eine ausgewogene Mischung der Bedürfnisse aller Familienmitglieder an, das ist klar, das machen wir hier ganz nach Gefühl. Im Zweifelsfall reden wir einfach mit den Kindern darüber. Was sie jetzt gerade brauchen und was unsere Nöte sind. Und wir erarbeiten gemeinsam einen Kompromiss. Wenn die Kinder gut drauf und bereit dazu sind 😉 Manchmal müssen wir Erwachsenen unsere Bedürfnisse einfach durchsetzen – weil wir das Wohl der gesamten Familie im Blick haben. An anderen Punkten nehmen wir uns dagegen vollkommen zurück und sind ganz für die Kinder da, weil sie es gerade so benötigen. Familie ist für uns ein Geben und Nehmen.

 

Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

 

Unsere Strategie ° Etwas für die Beziehung tun

Wir haben den Luxus, unsere Familien in der Nähe zu haben und spannen sie von Babyalter der Kinder an großzügig ein. Vor dem ersten Geburtstag haben wir uns durchgebissen, da mussten wir als Paar einfach durch. Nach dem ersten Lebensjahr aber haben wir peu à peu angefangen, die Kinder ab und an für eine Nacht zu den Großeltern zu geben und uns einen Abend nur zu zweit gegönnt. Mit Ausschlafen! Mittlerweile hat es sich etabliert, dass die Kinder einmal im Monat ein Wochenende mit 1-2 Übernachtungen bei Oma und Opa verbringen. Das Schöne dabei: alle profitieren davon! Mein Mann und ich genießen ein bisschen altes Leben und sind für kurze Zeit wieder nur Paar, die Großeltern verbringen wertvolle Zeit exklusiv mit ihren Enkeln und die Kinder werden ein Wochenende lang von vorne bis hinten verwöhnt und lernen, dass unterschiedliche Menschen verschiedene Meinungen, Ansichten und Arten und Weisen haben, das Leben zu handhaben.

Solange das Modell für alle Beteiligten so gut funktioniert wie bisher, werden wir es beibehalten. Natürlich werden die Großeltern älter und das eine oder andere körperliche Leiden schleicht sich ein. Sollte es irgendwann soweit kommen, dass dieses Modell nicht mehr funktioniert, werden wir guten Gewissens in einen Babysitter investieren, um Zeit für uns zu bekommen. Das ist sehr viel wert für uns als Paar. Wir tanken neue Kraft, Geduld und viel gegenseitige Liebe. Davon profitieren am Ende immer auch die Kinder. Denn als zufriedene und ausgeglichene Menschen sind wir bessere Eltern. Das stellen wir immer wieder nach so einer kleinen Familienpause fest.

 

Jetzt mal Tacheles ° Die Sache mit XXX

Viele Paare hören auf, miteinander zu schlafen, wenn sie Kinder bekommen. Nicht, weil sie keine Lust mehr aufeinander haben, sondern aus Zeitnot und Müdigkeit. Mit Kindern im Haus bieten sich entweder nicht die passenden Gelegenheiten und wenn sie dann da sind, ist man einfach zu müde. Dieses Dilemma kennt wahrscheinlich jedes Elternpaar. Uns geht es hier nicht anders, aber wir versuchen es trotzdem, weil es so gut tutSex schafft eine starke Verbindung zwischen uns als Paar und stärkt unsere Nerven ungemein. Also überwinden wir uns manchmal ein wenig dazu – obwohl wir saumüde sind. Das klingt jetzt alles andere als sexy, aber mal ehrlich, die Alternative kann es doch auch nicht sein!? Überhaupt nicht miteinander zu schlafen wirkt sich auf Dauer negativ auf die Paarbeziehung aus – wir fühlen uns weniger verbunden, streiten mehr, vermissen einander, fühlen uns allein. So geht es den meisten Paaren, mit denen ich darüber gesprochen habe. Also legen wir machmal die Fernbedienung zur Seite und geben uns den kleinen entscheidenden Ruck, über den wir hinterher sehr froh sind, weil wir uns einander wieder mehr verbunden fühlen. Als Mann und Frau, nicht nur als Papa und Mama.

 

Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

Gemeinsam sind wir stark ° Was macht gute Eltern denn nun aus?

Ich male oder lese viel lieber mit den Kindern, als mit ihnen zu spielen. So hart das klingen mag, Lego zu bauen oder mit kleinen Plastikpferden durch das Kinderzimmer zu reiten ist Zwang für mich. Bis zu einem gewissen Grad ist es mir wichtig, mich dazu zu überwinden, weil es meinen Kindern sehr am Herzen liegt, dass ich mit ihnen spiele. Aber ich bin nicht die Mutter, die den ganzen Tag mit den Kids auf dem Boden liegt und Playmobil-Welten auferstehen lässt. Das kann Papa bei uns viel besser – und hat auch noch einen Heidenspaß dabei. Früher hatte ich ein schlechtes Gewissen deswegen, heute sehe ich es viel entspannter. Schließlich haben Kinder sehr feine Antennen und merken schnell, wenn man nur mit halbem Herzen bei der Sache ist. Also schließen wir jeden Tag Kompromisse. Mama spielt ein wenig mit, aber dann spielen die Kinder entweder alleine, zusammen, mit ihren Freunden oder – mit Papa. Mit Mama dagegen können sie jederzeit Alltagsdinge erledigen, mithelfen und sich gebraucht und schon groß fühlen.

Ein anderes Beispiel: Ich bin kein Baby-Mensch, ich komme einfach viel besser mit Kindern klar. Bei beiden Kindern habe ich mich schlecht gefühlt, weil ich eher wenig mit ihnen anfangen konnte, als sie Säuglinge waren. Der Mann dagegen blüht beim Anblick von Babies regelrecht auf. Er hat unsere Kinder nächtelang getragen, ihnen Babymassagen verpasst und stundenlange Guckuck-Spielchen mit ihnen gespielt. Ich finde das jetzt in Ordnung, so bin ich eben als Mensch und mein Mann ist halt anders – aber es hat etwas gedauert, bis ich das verstanden habe. Mittlerweile weiß ich, dass es viele Frauen (und Männer!) gibt, denen es auch so geht. Und dass es absolut nichts damit zu tun hat, ob man eine gute oder schlechte Mutter (oder Vater) ist.

 

Voneinander lernen ° Das gute schlechte Gewissen

Rabenmutter – ein Wort dass es nur auf Deutsch gibt. Wir deutschen Mütter machen uns wahnsinnig viele Gedanken darum, was das Richtige für unsere Kinder ist. Die richtige Nahrung, das richtige Spielzeug, der richtige Umgang und so weiter und so fort. Es gibt heute tausend Möglichkeiten sein Kind zu erziehen – und für irgendwen ist das immer FALSCH. Egal wie sehr wir uns bemühen, am Ende fühlen wir uns oft wie eine Rabenmutter.  Das schlechte Gewissen ist quasi mit der Befruchtung in unseren Uterus und von dort aus direkt in unsere Köpfe gelangt. Eine Freundin hat ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Kind über Nacht zu den Großeltern gibt, eine andere kann kein einziges Stück Süßigkeit mit reinem Gewissen an die Kinder geben, eine dritte schwitzt Blut und Wasser, wenn die Kinder mal fernsehen. Da ist jeder unterschiedlich. Ich kann das nachvollziehen, lange habe auch ich mich mit solchen Gedanken gegeißelt. Bis ich erkannt habe: die negativen Gefühle mache ich mir in dem Moment nur selber, eigentlich niemand sonst.

Mittlerweile mein verlässlichster Kompass dabei: mein Mann. Als Vater ist er kein bisschen von all diesen überdrehten gesellschaftlichen Erwartungen betroffen und erzieht locker und lässig ganz nach Bauchgefühl. Und den Kindern geht es wunderbar dabei! Ich habe eh das Gefühl, wir machen uns manchmal zu großen Stress bei dem, was wir glauben, das unsere Kinder bräuchten. Sie benötigen zum Sichwohlfühlen und Glücklichsein so wenig. Ich hätte mir viele Sorgen sparen können, hätte mir nur jemand von Anfang an gesagt, dass ich einfach nur ich sein muss, auf mich hören und dann schon alles gut wird. Aber dafür habe ich ja meinen Mann. Er erdet mich und hilft mir, mich als Mutter zu entspannen.

 

Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

 

Was wir also brauchen um gute Eltern zu sein? Wir müssen uns wie wir selbst fühlen. Wir brauchen Zeit für uns selber und Zeit für uns als Paar. Diese nehmen wir uns aktiv – möglichst ohne schlechtes Gewissen. Wir möchten unsere Hobbys pflegen und wir möchten unsere Jobs ausüben. Wir beide wollen Geld verdienen, etwas zum Familienauskommen beitragen. Wir denken: all das schafft man nicht alleine, es braucht ein Dorf um Kinder großzuziehen. Und das tut den Kindern verdammt gut.

Wir versuchen, unser eigener Kompass zu sein – für uns selber und für unsere Familie. Dazu gehören das Aussortieren von Menschen und Sachen, die uns nicht mehr gut tun. Wir verschwenden auch keine Zeit mehr, sie ist uns zu kostbar geworden. Wir gehen besser mit uns selbst um und fühlen mehr in uns rein, was wir wirklich wollen. Wir entspannen uns.

 

Perfekt sein ist nicht unser Weg zum Glück. Wir sind wir. Und wir Vier wollen im Wesentlichen eins: gemeinsam Spaß haben.

Wohn-, DIY-, Mama-Blog

 

 

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Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben


4 Gedanken zu “Was brauchen wir um gute Eltern zu sein? ° Unsere Strategien für ein erfülltes Familienleben

  1. Grad erst gestern mit meinem Mann über das Thema gesprochen. Wir haben drei Kinder unter fünf. Bei uns gibt es derzeit einfach nichts anderes als Kinder. Ich persönlich finde es stressiger ständig nach Auszeiten für mich/ uns suchen zu müssen, anstatt das Leben halt grad anzunehmen, wie es ist!
    Manche brauchen ständig Paarabende um sich als Paar wohl zu fühlen, ich persönlich finde das befremdlich, vll weil ich es nicht brauche. Ja. Ich stelle meine Bedürfnisse hinten an und ich finde das in unserer jetzigen Situation gerechtfertigt. In ein paar Jahren sieht es schon wieder anders aus… Aber immer der Zwang, man muss als Paar was alleine machen, sonst funktioniert die Beziehung nicht ordentlich?
    Das ist zusätzlicher Stress… Derzeit…

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    1. Liebe Anna,

      das kann ich gut verstehen. Und wenn es sich für dich/euch wie Zwang anfühlt, dann ist es nicht das Richtige für euch.
      Uns hier geht es sehr gut damit und wir möchten es keinesfalls missen.
      Da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

      Ich wünsche euch auf eurem Weg von Herzen alles Gute!
      Barbara

      Gefällt 1 Person

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