Wie es sich anfühlt, eine Mutter zu sein ° Mit Podcast

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Bevor es losgeht: du hast keine Zeit oder Lust zu lesen? Dann lass mich dir diesen Beitrag einfach als Podcast vorlesen. Viel Spaß! 

 

 

Wie fühlt es sich eigentlich an, eine Mutter zu sein? Wie ist das so? Was hat sich in deinem Leben geändert? Diese und ähnliche Fragen, werden mir und vielen anderen Müttern von anderen Frauen immer wieder mal gestellt. Ich habe mir ganz in Ruhe Gedanken dazu gemacht, mir einen alten Blogpost durchgelesen und bin selber erstaunt, wie sehr mich das Muttersein verändert hat.

 

Liebe und Angst

Ich habe noch nie jemanden so sehr geliebt wie meinen Sohn und meine Tochter. Nicht mal den Mann und den liebe ich schon echt ganz schön heftig. Aber über die Liebe zu meinen Kindern zu schreiben, fällt mir schwer, denn ich finde kaum die passenden Worte, um sie hinreichend zu beschreiben in ihrer Tiefe und in all ihren Facetten. Ich frage mich selber immer wieder, wie ich am besten wiedergeben könnte, was ich für meine Kinder fühle, aber es will mir einfach nicht gelingen. Stattdessen schreibe ich jetzt auf, welche Gedanken mir dabei in den Kopf kommen: Da ist ein Mensch (oder zwei oder drei oder vier oder oder oder), dem man zusammen mit einem anderen Menschen das Leben eingehaucht hat. Dieser Mensch hat sich ein knappes Jahr in meinem eigenen Körper befunden, ist dort gewachsen und gediehen aus der Kraft meines Körpers und aus eigener Kraft heraus. Dann hat er sich auf den Weg gemacht, mir ein Zeichen gegeben und ich habe ihn in diese Welt begleitet. Oder er mich? Mein Körper hat diesen Menschen eine lange Zeit ernährt, erst von innen, später von außen. Dieser andere Mensch betritt das eigene Leben und schaut einen an und lächelt und brabbelt und spricht und kuschelt und diskutiert und lernt und…die Liste kann endlos fortgesetzt werden. Er ist vom ersten Moment an, in dem er diese Welt betreten hat, eine eigene Persönlichkeit. Ich lerne tagtäglich so viel von ihm. Über die Menschen, über das Leben, über die Liebe. Mein ganzes Herz gehört ihm, mit jeder gottverdammten einzelnen Pore.

Das Yang zu diesem Ying, dieser tiefen Liebe, ist die Angst. Eine Angst, die mich manchmal aus den Socken haut. Weil ich diesen kleinen Menschen so unbeschreiblich liebe, setzt sie von Zeit zu Zeit ein Gedankenkarussel in Gang, eines, das ich kaum stoppen kann. Was wäre, wenn diesem wunderbarsten aller Menschen etwas zustößt? Wenn ihm jemand weh tut, körperlich oder seelisch? Wenn ich nicht da bin im richtigen Moment, wenn er mich am meisten braucht? Wenn das Schicksal uns trifft – ausgerechnet uns – und uns mit einer unheilbaren Erkrankung heimsucht? Wie werde ich bloß fertig damit, wenn ich hilflos zusehen muss, wie dieser unschuldigste aller Menschen leidet? Wie könnte ich jemals weiterleben, wenn mir dieser kostbarste Teil meines Mutterherzens rausgerissen werden würde, unwiederbringlich, für immer?

Seit ich Mutter bin, fühle ich mich zutiefst gesegnet. Mit einem Maß an Liebe, das viele weitaus begabtere Schreiber schon vor mir versucht haben zu beschreiben, das aber kein menschliches aller Wörter jemals adäquat erfassen kann. Gleichzeitig hat eine Angst sich in meinem Innersten eingenistet, die mir manchmal das Herz zuschnürt. Je wertvoller etwas für uns ist, desto größer die Angst es wieder zu verlieren. Das ist wohl der Lauf der Welt. Kein Ying ohne Yang.

 

Müdigkeit und Innere Kraft

Ich wusste vor meiner Mutterschaft nicht, wie müde ich sein und es trotzdem schaffen kann, irgendwie weiterzumachen. Natürlich bekommt man auch als Kinderlose mit, dass das Leben mit Baby und Kleinkind nicht allzu viel Schlaf mit sich bringt. Dieser Fakt an sich war für mich also keine Überraschung. Aber wie so oft (und insbesondere beim Kinder kriegen und haben) liegen Theorie und Praxis sehr weit auseinander. Denn wenn aus der grauen Theorie lebendige Praxis wird und man sich einem Neugeborenen gegenüber sieht, das sich für den Unterschied zwischen Tag und Nacht herzlich wenig interessiert und nichts Anderes im Sinn hat, als von Mama oder Papa getragen und gestillt (gut, da sind die Papas dann raus) zu werden, ist das in den ersten Tagen ja noch gut machbar. Weil man so bezaubert ist von diesem kleinen Wesen und es sowieso immerzu anstarren möchte. Aber irgendwann fordert die Natur ihren Tribut. Auch frischgebackene Mütter auf der rosa Oxytocin-Welle müssen sich regenerieren und schlafen. Dem Baby ist das aber herzlich egal und unter Umständen schläft es sehr lange immer nur kurze Phasen am Stück. Aus Tagen werden Wochen und aus Wochen werden Monate. Unser erstes Kind brauchte ganze sieben Monate, bis es auf regelmäßiger Basis 5-6 Stunden „durchschlief“. Bevor ich Mutter wurde, hätte ich das als harte Nacht bezeichnet. Nach sieben nahezu schlaflosen Monaten kamen mir schon 5 Stunden Schlaf am Stück wie das Paradies auf Erden vor. Rückblickend frage ich mich, wie der Mann und ich dieses erste halbe Jahr geschafft haben. Aber wir haben es geschafft und das zählt.

 

Unser Körper ist HAMMA

Wenn ich andere Mamas so darüber reden höre, wie sich ihr Körper nach der Schwangerschaft verändert hat (in ihren Augen fast immer zum Negativen), macht mich das ein wenig traurig. Unser Körper ist seit unserer Schwangerschaft nicht mehr nur das Haus unserer eigenen Seele, sondern er ist zumindest vorübergehend das Haus von mindestens einem weiteren kleinen Menschen gewesen. In meinen Augen grenzt das an ein Wunder und wir sollten unserem Körper die Props zugestehen, die er verdient hat.

Nochmal zurück zur Schwangerschaft. Mitten in unserem Körper wächst innerhalb von nur 9 Monaten aus einem winzigen Zellklumpen ein richtiger kleiner Mensch heran. Das ist doch Wahnsinn. Wir spüren und sehen seine Schläge und Tritte durch unsere Bauchwand. Wir geben ihm einen Schutzort und versorgen ihn durch unsere eigene Ernährung mit.

Oder die Geburt. Ich konnte mein kleines Mädchen spontan entbinden und trotz der Höllenschmerzen empfinde ich es als großes Geschenk. Dieses Erlebnis war überwältigend. Es war beängstigend für mich, loszulassen und mich ganz dem Lauf der Natur hinzugeben. Aus der Rückschau besehen, war es aber das Beste, das ich in meinem Leben erlebt habe. Was ich an diesem Tag über mich gelernt habe? Wie viel Kraft und Ausdauer in mir steckt, wenn es drauf ankommt. Vor der Geburt meiner Tochter habe ich mich für einen eher willensschwachen Menschen gehalten und mir nicht allzuviel zugetraut. Ich habe aus diesem Erlebnis viel Stärke und Selbstvertrauen für mein weiteres Leben mitgenommen. Eigenständig ein Kind auf die Welt zu bringen, hat mir gezeigt, wozu ich fähig bin, wenn ich wirklich will und nicht aufgebe. Ich fühle bin sehr stolz auf mich und trage dieses Gefühl für immer in mir.

Zu guter Letzt das Stillen. Ich habe zwei Menschen mit meinen eigenen Körper ernährt, wow! Ich weiß, dass ich sehr viel Glück hatte, dass es bei beiden Kindern auf Anhieb gut geklappt hat und ich von größeren Stillproblemen weitestgehend verschont geblieben bin. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Ich persönlich habe sehr positive Erinnerungen an die Stillzeit und bin stolz auf meinen Körper, wie er das gewuppt hat.

Der Körper verändert sich mit jedem Kind, ja! Er wird etwas anders. Das heißt weder dass er besser, aber auch ganz bestimmt nicht, dass er schlechter geworden ist. Man muss vielleicht nur einfach mal seinen Blickwinkel auf die ganze Sache ändern.

 

Alles easy

Meine Kinder haben mich ein großes Stück entspannter gemacht. Ich war früher ein unausstehlicher Perfektionist und ein Kontrollfreak. Alles war immer genauestens durchgeplant, alles musste bis ins kleinste Detail stimmig sein, nie hatte ich Zeit im Augenblick zu verweilen und ihn zu genießen. Mann, war ich unentspannt! Dann kamen die Kinder und lehrten mich, dass ich das Streben nach Perfektion und absoluter Kontrolle mit ihnen an meiner Seite getrost vergessen kann. Die Beiden haben mein Leben gehörig durcheinandergebracht und… ich liebe es. Mittlerweile. Ich gebe zu, ich musste mich erst daran gewöhnen. Ich fand es nicht von Anfang an toll, die Kontrolle über mein Leben und meinen Perfektionismus aufgeben zu müssen. Ich habe mich einige Zeit dagegen gewehrt und es mir dadurch noch schwerer gemacht. Aber nach und nach tastete ich mich vor und ließ langsam locker. Es war ein langer Prozess, in dem ich mich wahrscheinlich immer noch befinde. Jedenfalls bin ich wesentlich entspannter als früher. Ich kann mittlerweile problemlos in einen Tag starten, ohne einen einzigen Punkt geplant zu haben. Einfach aufstehen, frühstücken und dann mal schauen, was der Tag so bringt. Oder ich lasse Unordnung einfach mal Unordnung sein, weil ich mal für eine Stunde am Abend absolut nichts machen möchte, wenn die Kinder im Bett sind. Oder ich verweile im Augenblick und genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und das laute Lachen meiner Kinder im Ohr, statt schnell weiterzuhetzen. 

Muße, Achtsamkeit, Entspannung, Gelassenheit. Das waren Fremdwörter für mich, bevor ich meine Kinder hatte. Jetzt nehme ich das Leben wie es kommt und genieße jeden Augenblick. Ich bin ihnen wirklich von Herzen dankbar dafür.

 

Nach der Mama ist vor der Mama

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber ich verstehe meine eigene Mutter in vielen Dingen so viel besser als zu der Zeit bevor ich selber Mutter geworden bin.

Wir hatten zwar nie eine wirklich schlechte Beziehung (außer in einer kurzen Phase der Pubertät vielleicht), aber ich habe ihr als Tochter aus dieser einseitigen Perspektive einige Dinge übel genommen, die meine Rolle als Mutter nochmal in ein anderes Licht gerückt hat. In ihr Licht, ihre Perspektive. Auf einmal kann ich so vieles verstehen, was mir vorher nicht möglich war, weil mir eben dieser andere Blick darauf fehlte. Ich bin versöhnlicher geworden meiner Mutter gegenüber und sie mir gegenüber ebenfalls. Mama sein bedeutet für mich mehr Liebe. Nicht nur zu seinen Kindern.

 

Wie geht es euch so als Mamas? Wie habt ihr euch verändert? Wie fühlt es sich für euch an?

 

Bitte vergesst nie: völlig egal, ob ihr euch wie Superheldinnen fühlt oder denkt, dass ihr ein Mama-Voll-Honk seid, eure Kinder lieben euch von Herzen so, wie ihr seid. Ihr seid echte HAMMAmamas!

 

Wohn-, DIY-, Mama-Blog

 

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Wie es sich anfühlt, eine Mutter zu sein_1


4 Gedanken zu “Wie es sich anfühlt, eine Mutter zu sein ° Mit Podcast

  1. Ein Hammer-mäßiger Post. Und im Podcast wundervoll gesprochen! Applaus 🙋🏻

    Mich würde interessieren, wie funktioniert das Podcasten?! Gibt’s dazu in den Weiten des Netz eine Anleitung?

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

    1. Liebe Heidrun,

      danke dir, wie lieb! Es freut mich auch sehr dass dir der Podcast gefällt. Ich mache es derzeit noch sehr Amateur-mäßig. Ich habe mir Audacity (kostenlos) aus dem Netz runtergeladen und nehme damit einfach über Laptop auf. Ohne spezielles Mikro oder so.
      Probier’s doch einfach mal aus. Kannst dich gerne bei mir per Mail melden, wenn du weitere Fragen hast.

      Ganz liebe Grüße
      Barbara

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