Love is the new black oder Eltern sein ist geiler Scheiss ° Mit Podcast!

Eltern sein ist geiler Scheiß_Mamablog

Der Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung aufgrund persönlicher Empfehlungen

 

Bevor es losgeht: du hast keine Zeit oder Lust zu lesen? Dann lass mich dir diesen Beitrag einfach als Podcast  vorlesen. Viel Spaß!

Ich habe vor fast einem Jahr mal einen Beitrag verfasst, als Antwort auf einen Stern-Artikel mit dem Clickbait-Titel: „Ich sage, wie es ist: Kinder werden überbewertet“. Das saß erstmal. Der Satz ließ mir keine Ruhe und ich dachte über ihn nach. Lange und gründlich.

Love is the new black

Halbe Nächte mit Freunden ausgehen, jeden Samstag oder Sonntag gut essen gehen, bis kurz vor Mittag ausschlafen. So sahen unsere Wochenenden in etwa früher aus. Auch früher dachten wir schon, wir hätten ständig was zu tun und kaum freie Zeit. Jetzt sind wir eines Besseren belehrt worden. Zwei Kinder später sitzen wir selten nach halb neun am Frühstückstisch, klappern Spielplätze ab und essen Spaghetti mit Tomatensoße. Das ist jetzt unser Leben, Eltern kennen es. Ja, manchmal vermissen wir es, bis zehn im Bett zu liegen, dort zu frühstücken, stundenlang am Rhein zu spazieren und auf einer Bank in der Sonne die Wochenzeitung zu lesen oder die Abende in schönen Restaurants und Bars zu verbringen. Aber wenn eines der Kinder uns in aller Frühe mit einem feuchten Schmatzer weckt, am zugekrümelten Frühstückstisch herzlich über seinen eigenen Pups lacht oder auf dem Spielplatz voller Stolz einen neuen Trick auf der Schaukel vorführt, kommt ein ganz bestimmtes, unvergleichliches Gefühl in uns auf. Eines, dass alle Eltern kennen und mit dem sich kein noch so guter Abend mit Weinbegleitung und keine noch so durchgeschlafene Nacht messen kann: Liebe.

Die Liebe zu unseren Kindern reicht bis ganz tief drinnen, bis in der hinterste Ecke unseres noch so coolen Erwachsenenherzens. Oft fragen wir Großen uns: was ist eigentlich der Sinn in diesem ganzen Zirkus hier? So viel Geld und Güter wie nur möglich anzuschaufeln? Eine steile Karriere hinzulegen? Was wird uns das alles wert sein, wenn wir irgendwann mal kurz vor dem Abschied stehen und auf unser Leben zurückblicken?

Gemeinsam mit unseren Kindern lachen, weinen, lieben. Ihnen zuzuschauen, wie sie das Leben furchtlos erobern und von Tag zu Tag ein Stück größer, kompetenter und mutiger werden.  Das ist jetzt der geile Scheiß in unserem Leben.

Liebe? Ja, Liebe!

Liebe, das ist so ein abgelutschtes Wort geworden. In einer Welt, in der Marketingabteilungen aus aller Welt versuchen, wirklich jedes Produkt mit Sex, Liebe oder einem anderen menschlichen Grundbedürfnis zu verknüpfen, um höhere Absätze zu erzielen, sind wir müde im Angesicht dieser Triggerwörter. Ein Wort wie Liebe klingt zunehmend hohl, schlägt es uns doch an jeder Strassenecke mit völlig entleerter Bedeutung ins Gesicht. Doch entgegen den Versprechungen der Werbeslogans werden wir nicht geliebt, weil wir ein bestimmtes Deo benutzen, die neuste Mascara tragen oder eine gewisse Automarke fahren.

Wir werden geliebt um unserer Selbst willen. Von unseren Eltern, von unserem Partner. Am bedingungslosesten lieben uns jedoch unsere Kinder. Eltern oder Partner verirren sich manchmal ein wenig und knüpfen ihre Zuneigung an gewisse Erwartungen an uns. Unsere Kinder tun das nicht. Sie lieben uns ohne eine einzige Bedingung an uns zu stellen. Ob wir dünn sind oder dick, jung oder alt, gesund oder krank. Wenn wir liebevoll zu ihnen sind, aber auch wenn wir sie anschreien. Wenn wir sie gut behandeln und wenn wir mal mies zu ihnen sind. Sie lieben uns, weil wir ihre Eltern sind. Das ist ein Geschenk. Das größte, das wir im Leben bekommen werden. Geliebt zu werden genauso so wie man ist, mit all seinen Fehlern und emotionalen Entgleisungen. Das ist richtig geiler Scheiß.

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Eltern sein ist definitiv geiler Scheiß

Wenn der Mann und ich auf unser Leben vor den Kindern zurückschauen, sehen wir zwei Menschen, die sich ein wenig verirrt hatten. Materieller Wohlstand bestimmte früher nicht unerheblich unser Glückslevel. Das muss jetzt mal einfach zugegeben werden. Wir liebten uns auch damals schon aufrichtig und waren glücklich miteinander. Aber wir legten auch viel Wert auf Dinge, die eigentlich gar keinen Wert besitzen. Nicht, wenn es darauf ankommt. Ein prestigeträchtiger Job, teurer Schmuck, Markenklamotten um der Marke willen, ein fabrikneues Auto, die Liste kannste endlos fortsetzen.

Und plötzlich saßen wir da mit diesem winzigen kleinen Menschen auf dem Arm, der uns so sehr brauchte. Wir fütterten ihn, trugen ihn nächtelang durch die Wohnung, trösteten ihn und teilten seine Freude. Dieser Mensch öffnete unsere Herzen und alles andere verblasste dagegen. So wie später seine kleine Schwester uns die Welt aus ihren hübschen kleinen Augen zeigte.

Unsere Kinder kamen und drehten unsere Welt und unsere Vorstellungen vom Glück einmal upside down. Wir schauten ihnen erstaunt zu, wie sie sich in alltägliche Dinge wie Regentropfen, wallende Vorhänge oder fallendes Laub vertieften und dabei so mit sich selbst im Reinen wirkten. Wir staunten über ihr zeitloses Universum fernab von Stress oder Termindruck. Wir bewunderten ihren Mut und ihre Ausdauer, sich jeden Tag ohne Kompromisse in diese hochkomplexe Welt zu stürzen, die in ihren Augen mit übermächtigen Erwachsenen bevölkert sein muss, die schon alles können, was sie noch lernen müssen und wollen. Sie zeigten uns die Welt aus einem neuen Blickwinkel, einen den wir Großen längst vergessen hatten. Sie verblüfften uns mit ihrer unaufhaltsamen Reise Richtung Selbstwirksamkeit, auf der sie beständig und unnachgiebig versuchen, den Dingen und Menschen um sie herum auf den Grund zu gehen. Es immer und immer wieder zu versuchen, bis sie etwas selber beherrschen, das sie unbedingt lernen wollen.

Die allseits präsenten Empowermentsprüche mag ich ja ganz gerne. Aber ich könnte sie mir auch getrost sparen. „Einfach mal machen, könnte ja gut werden“, „What would you do if you weren’t afraid?“ oder „Take the risk or lose the chance“? Wenn ich dem Geheimnis des Glücks auf die Spur kommen möchte, muss ich mir einfach nur meine Kinder anschauen und mir abgucken, wie sie der Welt begegnen und sie sich zu eigen machen. Dann ist alles geritzt.

Wir lieben diese kleinen Menschen von ganzem Herzen. Sie sind unsere Helden und unsere Vorbilder, von denen wir sehr viel über das Leben, die Menschen und uns selber lernen können. Elternsein ist die Rolle unseres Lebens. Elternsein ist definitiv geiler Scheiß.

P.S.: die Wendung „Eltern sein ist geiler Scheiß“ ist inspiriert von der großartigen Sarah plus Drei, die in einem ihrer Artikel sagt „Muddi-sein ist heißer Scheiß“. Der Artikel ist übrigens auch heißer Scheiss, lest unbedingt rein!

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14 Gedanken zu “Love is the new black oder Eltern sein ist geiler Scheiss ° Mit Podcast!

  1. Ich finde es auch schade,dass Liebe und Sex dazu benutzt werden sämtliche Produkte zu bewerben,selbst Marmelade wird mit einer erotisvhbgekleidrten,sexy tauchenden Dame an den Mann gebracht. Neuerdings gibt es auch diese geschmacklose Sauna Club Plakat Werbungen,auf die meine Kinder mich angesprochen haben,während der Autofahrt. Ich bin kein bißchen prüde,aber da kam ich schon in Erklärungsnot.
    Davon ab klingen deine Texte nach harmonischer Familienleben und viel Reflexion,toll😀

    1. Hallo Nora,

      ich sehe es ähnlich besorgt wie du. Das hat in meinen Augen auch nichts mit prüde sein zu tun. Was hast du deinen Kindern denn geantwortet? Mich haben sie bisher noch nicht auf so offensive Werbung angesprochen und ich bin noch nicht sicher, was genau ich ihnen dazu sagen soll…
      Danke für das Kompliment, es freut mich sehr dass dir meine Texte gefallen.

      Viele liebe Grüße
      Barbara

      1. Ich habe einfach nichts gesagt. Und daraus gelernt, dass Nichts Antworten manches Mal auch eine Antwort sein kann:)
        Ich hätte dazu ad-hoc auch keine Ausflüchte gehabt und mich wohl der Sparte“das erkläre ich dir, wenn du älter bist“ bedient:D

    1. Hach Regina,

      wie schön dass du mich hier besuchst! Ich freue mich immer voll zu sehen wenn jemand von Instagram hierherfindet. Ich danke DIR für deine lieben Worte und finde es sehr schön dich ein wenig berührt zu haben.

      Schöne Grüße
      Barbara

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