Von einer Frau, die auszog, um schwanger zu werden ° Meine Geschichte von 2017 oder ein etwas anderer Jahresrückblick

Mamablog, DIY-Blog und Foodblog
Meine von euch meistgeherzten Bilder auf Instagram 2017

Prolog

Das alte Jahr liegt nun schon einige Tage hinter mir und ich hatte nicht vor, einen richtigen Jahresrückblick zu schreiben, aber etwas in mir pocht darauf, mir das vergangene Jahr nochmal genau vor Augen zu führen. Es durchzugehen, mir bewusst zu machen, was passiert ist in 2017, was wir gemacht und erreicht haben, woran wir gescheitert sind, was schön war und was weniger. Zwei meiner großen Ziele für 2018 sind mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Inflationär gebrauchte Worte zur Zeit, ich weiß. Kaum eine Zeitschrift, Sendung oder eben auch Blog kommt noch aus ohne wenigstens ein kleines bisschen Senf zu diesem Thema. Aber nur weil etwas Trendthema ist und wie blöde durch alle medialen Kanäle durchgepustet wird, bis irgendwann nichts mehr davon übrig ist, heißt es nicht unbedingt, dass das Thema an sich schlecht wäre. Denn die liebevolle Hinwendung zu sich selbst und das bewusste (Er-)Leben des einen Lebens, das wir haben, beschäftigt mich und viele von euch ebenfalls, da bin ich mir sicher. Teil dieses Entschleunigens und besonnenen Erlebens, sollte meiner Meinung nach ein langer Blick über die Schulter sein. Einer, bei dem wir uns das vergangene Jahr ganz genau anschauen – um es nochmal ganz in Ruhe zu reflektieren und vielleicht sogar den einen oder anderen Schluss für das, was noch vor uns liegt, ziehen können. Wie eine Geschichte, die man Kapitel für Kapitel liest und sich dem aktuellen Standpunkt ihrer jeweiligen Protagonisten, ihrer Erlebnisse und Gefühle gewahr wird, so sollten wir das vergangene Jahr für uns abschließen.

Unsere ganz persönliche Geschichte des letzten Jahres ist eine Geschichte von enttäuschten Hoffnungen, aber auch von Liebe, Glück und Zuversicht.

 

Kapitel 01 ° Das Scheitern ist der beste aller Lehrer

Im Januar 2017 sah die Zukunft sehr rosig aus. Der Mann und ich hatten den Entschluss gefasst, unser Familienleben auf eine neue Stufe zu heben (yipieeh!). Das ging gleichzeitig damit einher, dass sich für mich beruflich endlich etwas ändern würde (yippieeeeeeeeh!). Bereits an einem lauen Abend im Sommer 2016 mit zwei Herzen so voller Liebe, dass wir das Gefühl hatten, sie brauche mehr kleine Menschen in unserem Leben, an denen sie sich austoben kann, entschieden wir uns dafür, ein drittes Kind zu bekommen. Aber dieses Mal mit einem durchdachten Plan, damit ich gut aus dem mittlerweile ungeliebten Büro-Teilzeit-Job aussteigen und uns mit Mutterschaftsgeld, Elterngeld und allem Pipapo maximal absichern könne. Parallel hatte sich eine alte Idee in meinem Kopf festgesessen, die mich nicht mehr losließ und so begann ich im Januar 2017 nach einem passenden Blognamen, einem groben Konzept, einem Hostinganbieter zu suchen.

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Kapitel 02 ° Machen! Nicht denken, nicht reden, einfach machen! Im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung

Im Februar gab es viel zu feiern. Neben unserem geliebten rheinischen Karneval und der Tatsache, dass unser im Januar neu eingeführtes Familienbett so super funktionierte und wir uns alle vier damit pudelwohl fühlten, feierte ich meinen sechsunddreißigsten Geburtstag. Nur wenige Tage später erblickte HAMMAmama das Licht der Welt mit einem ersten Artikel, der bereits andeutete, wohin es mit der Familie HAMMA gehen sollte. Derweil ging unser erster Versuch auf dem Weg dahin schief. Unser einziger Plan A, der sicherstellen sollte, dass das neue Familienmitglied so zeitgenau geboren werden würde, dass alle Zahnräder perfekt ineinander greifen würden, war gescheitert. Autsch. Aber kein Grund zur Panik, 1-2 Versuche, damit unser alternativer Plan aufgehen könnte, hatten wir noch.

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Kapitel 03 ° Old ways won’t open new doors

Im März zog der Frühling ein und so machten wir viel Gartenarbeit und kochten und grillten frühlingsfröhlich vor uns hin. Der März war echt Bombe, so viel Sonne und so viel gute Laune. Einziger Dämpfer: auch der zweite Versuch, unsere Familie zu vergrößern, ist gescheitert. So langsam wurden der Mann und ich nervös. Denn bis zur Einschulung des Sohnes im September musste und wollte ich gekündigt haben. Wir hatten uns bewusst gegen eine Betreuung nach der Schule entschieden, weil er ein sehr sensibles Kind ist und nun gab es kein Zurück mehr.

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Kapitel 04 ° Der Mensch denkt und Gott lenkt

In dieser angespannten Zeit tat uns unsere kleine Paar-Auszeit im April sehr gut. Wir fuhren zu zweit ins Elsass, bekamen den Kopf frei beim Wandern, Essen und Shoppen. Wir feierten zu zweit unseren 15. Jahrestag als Paar, im großen Kreise mit der ganzen Familie ein entspanntes Osterfest und ließen es uns nach dem Fest eine ganze Woche im Urlaub als Familie gut gehen. Ich beschäftigte mich in der Zeit damit, wer für mich eigentlich echte  HAMMAmamas sind, so richtig arschcoole Superfrauen. Eine Gruppe sind auf jeden Fall Hebammen, was würden wir (werdende) Mütter nur ohne sie machen?!?! Meine eigene sehr von mir geschätzte Hebamme Ute konnte ich immer noch nicht anrufen, denn erneut bekam ich meine Regel. Verdammt. Bei unseren zwei Kindern hatte es beide Mal direkt auf Anhieb geklappt; zwischen dem „Komm, Schatz, lass uns (noch) ein Kind machen“ und dem positiven Schwangerschaftstest waren beide Male nicht mehr als 6 Wochen verstrichen. Inklusive Absetzen der Pille! Wir hatten also keinen Grund gehabt, anzunehmen, dass es nicht wieder so fluppen würde, zumal ich mittlerweile gar nicht mehr hormonell verhütet hatte und es damit noch einfacher sein sollte. Aber „der Mensch denkt und Gott lenkt„. Nun waren nicht nur Plan A, sondern auch Plan B in Bezug auf meine Kündigung und die anschließende Elternzeit verstrichen. Es blieb uns in den kommenden Monaten noch Plan C, aber wie es ein Plan C so an sich hat, war es nicht der optimalste und auch nicht der, mit dem wir uns besonders wohl fühlten. Merde.

 

Kapitel 05 ° Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende

Im Mai hieß es für uns: durchatmen und Ruhe bewahren. Wir machten uns nochmal ein schönes Wochenende zu zweit, um Kraft und Nerven zu tanken. Nicht nur unsere persönliche Situation zerrte an ebendiesen, sondern auch meine berufliche Situation wurde immer unzufriedenstellender. Mein persönliches Fazit? Die Geschichte von der Vereinbarkeit ist ein modernes Lügenmärchen. Wenigstens lief es beim Mann so richtig gut in seinem neuen Job und er war dort sehr zufrieden. Es ist viel wert, wenn einer der Partner in so einer angespannten privaten Situation Kraft aus seinem beruflichen Umfeld tanken und das auf den anderen ein Stück weit übertragen kann. Ich hatte ja noch HAMMAmama und nach und nach sah ich den Weg, den ich gemeinsam mit euch gehen wollte, immer klarer vor mir. Das schien euch zu gefallen und es lasen hier langsam aber sicher immer mehr von euch mit. Der Muttertag stand für mich ebenfalls im Zeichen von Muttersein, Familie und Gesellschaft, denn hin und wieder fragte ich mich in diesem kinderfeindlichen Land ernsthaft, ob wir überhaupt noch ein drittes Kind bekommen sollten. Aber so sind wir beiden letzten Endes nicht gestrickt. Unsere Entscheidungen werden geprägt durch unsere Hoffnungen, nicht unsere Ängste. Sofern wir es schaffen, stark zu sein und auf unserem Pfad zu bleiben. Trotz Gegenwind aus allen Richtungen; wir glaubten fest daran: Mut steht am Anfang des Handelns und Glück am Ende.

 

Kapitel 06 ° Trust the timing of your life

Im Juni habe ich meine ganze Energie in den Blog gesteckt. Als Ablenkung? Bestimmt. Aber vor allem auch aus Ehrgeiz und großer Freude an diesem Projekt. Ich änderte ein paar Dinge am Konzept und bastelte mir einen Redaktionsplan. Außerdem nahm ich Pinterest und Instagram strategischer in Angriff. Denn so schön das Projekt hier war und ist; mittlerweile war klar, dass ich auf jeden Fall damit weitermachen würde und es nach meiner Kündigung den vorherigen Job finanziell ersetzen müsste. Nicht heute, nicht unbedingt morgen. Aber irgendwann schon und das hieß: Ärmel hochkrempeln und professionalisieren. Trotz vieler Zweifel und einiger schlechter Tage, versprach ich mir selber: ich bin gut genug! Ein kleiner, aber traumhaft schöner Kurzurlaub auf dem Land und am Meer tat uns allen so richtig gut. Babystatus? Schwangerschaftstests brauchten wir nach wie vor, die Ovulationstests aber nicht mehr. Denn auch Plan C war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit hinfällig geworden. Einerseits etwas beängstigend, weil wir jetzt ohne Seil und Auffangmatte da standen. Andererseits unheimlich erleichternd, dass dieser große Druck schnell schwanger werden zu müssen, endlich von uns abfiel.

 

Kapitel 07 ° Take the risk or lose the chance

Im Juli reichte ich meine Kündigung ein und auch damit fiel mir nochmal ein großer Stein vom Herzen. Etwas endlich loszuwerden, das einem mit der Zeit so sehr zur Belastung geworden war, tat einfach nur gut. Wir feierten ausgelassen den dritten Geburtstag unserer Kamikatze und unser Sohn hatte seinen allerletzten Kindergartentag. Dieses Fortschreiten der Zeit, so sehr sichtbar an meinen Kindern und ihrer rasanten Entwicklung stimmte mich ein wenig melancholisch. Ich hatte bei verschiedenen Aktionen recht viel Zeit mit den Erziehern meines Sohnes verbracht und bin dabei so ins Grübeln gekommen, wie viel diese Berufsgruppe leistet und wie wenig es in unserer Gesellschaft anerkannt wird. Anlass für mich, ein dickes fettes Dankeschön für diese Frauen und Männer in die Welt zu rufen, die neben anderen sozial engagierten Berufsgruppen, die wahren Helden in diesem Land sind.

 

 

Kapitel 08 ° My goal is to build me a life I don’t need a vacation from

Im August sind wir gemeinsam mit meinen Eltern und Geschwistern in unseren lang geplanten und noch viel länger ersehnten „Heimaturlaub“ gefahren. Endlich wieder alle zusammen nach Masuren in Polen. Das letzte Mal war bereits über zehn Jahre her und obwohl der Mann der einzige Deutsche in unserer Runde war, hat er sich wahrscheinlich am meisten darauf gefreut, wieder nach Polen zu reisen. So viele positive Erinnerungen hatte er von der letzten Reise dorthin mitgenommen. Auch die Kinder haben sich tierisch gefreut und waren sehr aufgeregt endlich ihre letzte verbliebene Uroma kennenlernen zu können. Diese intensive Zeit gemeinsam mit der Familie, mit den Menschen, die wir am meisten lieben, hat uns nochmal bestärkt, dranzubleiben am Wunsch nach einem dritten Kind. Obwohl wir zwischendurch Phasen hatten, in denen wir es uns fast wieder anders überlegt haben, vor allem ich. Der Blog und die beiden Kinder nahmen mich ziemlich in Beschlag, ich hatte zeitweise gar keinen Kopf mehr dafür, über eine Vergrößerung der Familie nachzudenken. Ich war froh, dass die Beziehung zwischen mir und dem Mann nach einer sehr tiefen Krise wieder auf soliden Beinen stand und wollte dieses hart erkämpfte Glück nicht herausfordern.

Das Geheimnis einer langen Beziehung mit Kindern

 

Kapitel 09 ° Wir denken viel zu oft an das, was uns fehlt und viel zu selten an das, was wir haben

Im September begann erstmal ein anderes kleines Leben: unser neuer Alltag mit einem Schulkind, das sich an neue Abläufe und Regeln gewöhnen musste, einem Kindergartenkind, dass sich nach einem knappen Jahr bei Oma und Opa erneut mit einer Fremdbetreuung anfreunden musste und einer Mama als Vollzeit-Bloggerin im Homeoffice, die jetzt nicht nur einen Blog mit festem Redaktionsplan wuppen, sondern auch viele Tränen trocknen, Wutausbrüche begleiten und Weltschmerz mitfühlen musste, inmitten dieses äußerlichen und innerlichen großen Umbruchs für die beiden kleinen Menschen in ihrem Leben. Was für uns bald Routine werden würde, fühlte sich noch so ungewohnt und herausfordernd an, dass kaum Zeit für anderes blieb. Trotzdem feierten wir natürlich auch noch den sechsten Geburtstag unseres kleinen Mannes und gingen mit ihm zur Feier seiner Einschulung nur zu dritt mit ihm zelten. Damit er noch eine Extraportion Mama und Papa tanken konnte für sein neues großes Abenteuer Schule. On top kam noch sein großer Geburtstagsausflug mit Papa nach Hamburg: fliegen, Zug fahren, Modelleisenbahn, Hafen, Containerschiffe, Malzbier. Hartes Männerprogramm. Wenn ich mir das Alles durchlese, muss ich wie auch schon zum damaligen Zeitpunkt daran denken, wie gut es uns hier geht. Ich persönlich kenne das aus meiner frühen Kindheit in Polen noch ganz ganz anders. Glücklich waren wir aber trotzdem. Sagt viel aus über das Tamtam, das wir hier um Materielles machen.

 

Kapitel 10 ° You don’t always need a plan. Sometimes you just need to breathe. Trust, let go and see what happens.

Im Oktober fanden wir dann so langsam unseren Takt und man konnte endlich wieder von Alltag sprechen. Das klingt zwar etwas komisch, weil man sich über die gleichbleibend mahlenden Mühlen ja gerne mal beschwert und sich nach Abwechslung sehnt. Wenn aber ein konstanter Rhythmus im Leben von zwei Erwachsenen und zwei Kindern über mehrere Wochen ausbleibt und man nicht auf einer Urlaubsreise unterwegs ist, kann das auf Dauer schon belasten. Als das Leben hier irgendwann beständig in geregelte Bahnen steuerte, machte es Vieles für mich, den Mann und die Kids unendlich leichter. Ich richtete mir ein Arbeitszimmer mit Fotostudio ein, meldete mein Gewerbe an und arbeitete mich durch Buchhaltung und Co. Das Gefühl, beruflich endlich angekommen zu sein, stellte sich ein. Ich sah meinen Kindern dabei zu, wie ihre Beziehung zueinander immer intensiver wurde, wie eng ihr Leben und ihre Gefühle als Bruder und Schwester miteinander verknüpft waren und schrieb darüber. Mit einem ironischen Blick auf das Leben als Mutter schrieb ich den meistgelesenen Artikel aus der Sparte Mamaleben im letzten Jahr. Gedämpft wurde der Monat aber durch eine Melancholie, die mich ohne Vorwarnung ergriffen und einige Wochen später wieder genauso überraschend losgelassen hat. Zu viel mehr als vor mich hin starren und die Tage hinter mich bringen hat es da kaum gereicht, zumindest gefühlt; gewuppt habe ich unser Leben ja irgendwie schon. Aber die Zeit mit den Kindern war unendlich anstrengend und das Bloggen war auch schon mal einfacher gewesen. Aber am Ende des Monats fingen die Herbstferien an, wir feierten ein fröhliches Halloween und ich dachte kaum noch an unseren Kinderwunsch.

 

Kapitel 11 ° „Du wirst glücklich sein“, sprach das Leben, „aber zuerst werde ich dich stark machen.“

In den November glitten wir fast unbemerkt, da mitten in der Herbstferienzeit. Ich war bereits kurz nach den Ferien schon voll in Vorweihnachtsstimmung und bastelte und buk wie eine Besessene weihnachtlichen Kram. Die Mühe hat sich gelohnt, denn mein tierischer Adventskalender ist bei euch so gut angekommen, dass er auf Pinterest viral gegangen ist und mir eine ganze Menge Besucher auf dem Blog beschert hat. Yippie-yeah, geht doch. Nur kurz zuvor hatte ich es trotz innerem Widerstand nicht verhindern können und ein paar neidische Blicke in Richtung anderer Blogger geworfen ob ihres großen Erfolges. „Wer mit sich selbst zufrieden ist, hat keinen Grund, auf andere neidisch zu sein.“ An diesen Punkt wollte ich wieder zurück und es gelang mir glücklicherweise auch schnell.  Ein richtiger Kampf dagegen war, uns nach den ersten Schulferien in unserem Familienleben wieder einzugrooven in den straff organisierten Alltag. Aber wir schafften es irgendwie und genossen sogar alle Sankt Martins-Feierlichkeiten und Umzüge, die so auf dem Plan standen. Inmitten dieses Monats DIE große Überraschung: da wir es seit einigen Monaten nicht mehr aktiv versuchten, hatte ich keinen genauen Überblick mehr über meinen Zyklus, aber es kam mir so vor als müsste ich schon seit Längerem wieder meine Tage haben. Der gefühlt hundertste Schwangerschaftstest des Jahres – auf den ich eigentlich nicht viele Hoffnungen setzte – war tatsächlich positiv. Wir machten eine Flasche Schampus auf, rechneten den Geburtstermin aus, machten erste Pläne, waren aufgedreht. Ich machte mir in aller Ruhe einen Termin bei meiner Ärztin und fühlte mich endlich gesegnet, besser kann ich dieses wunderbare Gefühl nicht beschreiben. Ich fühlte mich endlich nicht mehr leer, fing sofort mit Schwangerschaftsyoga an, trank wohltuende Tees, aß eine Extraportion Gemüse und Obst. Einige Tage später bemerkte ich eine leichte Blutung, machte mir aber zunächst keine allzugroßen Sorgen, da dies in meiner ersten Schwangerschaft auch vorgekommen war und nichts bedeutet hatte. Doch die Blutung hörte weder auf, noch wurde sie leichter, ganz im Gegenteil. Obwohl meine Intuition mir bereits sagte, was los war und ich sicher war, auf alles vorbereitet zu sein, merkte ich erst, wie sehr ich noch mit einem letzten Funken Hoffnung an dem Kind gehangen habe, als die Ärztin mir tief in die Augen schaute und mit gesenkter Stimme die vier Worte „Es tut mir leid“ zu mir sagte.

 

Kapitel 12 ° Maybe it’s not about the happy ending, maybe it’s about the story

Eines der Dinge, die sie noch zu mir sagte, war, dass es immer sehr schwer sei für eine Frau. Aber ich hätte Glück – soweit man es so nennen durfte – weil ich bereits Mutter sei und mir meine Kinder darüber hinweghelfen würden. In dem Moment, als sie es zu mir sagte, war der Schmerz und die Trauer über mein verlorenes Kind zu groß, um ihren Worten Glauben schenken zu können. Doch sie hat recht behalten. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis mein Herz loslassen konnte, aber unser kleiner Mann und unsere Kamikatze haben mir schneller wieder ein Lachen entlockt, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Ich bin überzeugt, dass es neben meinen wundertollsten Kindern und meinem starken einfühlsamen Mann ebenfalls hilfreich für den Heilungsprozess war, dass es Dezember wurde und die Adventszeit anbrach. Diese Zeit bedeutet mir seit ich zurückdenken kann, sehr viel. Ich gab mich allen schönen Ritualen, Traditionen und Gefühlen, die ich damit verbinde und mit meiner Familie lebe, hin und wandte mich wieder dem Leben zu. Mit einer ersten schönen Kooperation konnte ich das Jahr auf HAMMAmama erfolgreich beenden und habe privat meinen Frieden mit 2017 gemacht.

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Epilog

Es war ein Jahr, in dem sich nicht alle unsere Hoffnungen erfüllt haben, aber doch viele. Wir fühlen uns beide beruflich endlich angekommen und auch wenn die Jobs neben zwei Kindern, Haushalt und allen anderen Aufgaben, die das Leben für uns bereithält, manches Mal Kraft raubend sein können, sind sie meistens doch diejenigen, die uns Kraft geben, weil wir sie hauptsächlich als erfüllend empfinden. Die Kinder wachsen und gedeihen so schnell, das wir kaum mitkommen. Sie sind jetzt beide richtige kleine Persönlichkeiten mit einer eigenen Meinung, mit individuellen Vorlieben, mit kleinen Herzen voller Abenteuersinn und Neugier auf die Welt.

Es gibt vieles auf dieser Welt, das uns Sorgen bereitet, wenn wir an unsere Kinder denken. Die zunehmende Umweltverschmutzung, die krankhaften Körperideale, die Angsttreiberei der Medien, hirnlose Kraftprotze an den Spitzen der mächtigen Länder dieser Welt, die schleichende Pornografisierung unserer Gesellschaft, die veralteten Rollenbilder. All die Menschen dieser Welt, auf deren Kosten wir im Westen leben und die wir mit aller Kraft davon abhalten wollen, an dem Wohlstand, der auf ihrem und dem Rücken ihrer Kinder gewachsen ist, fernzuhalten, weil wir immer mehr wollen, obwohl wir mitten im Überfluss leben.

Aber wir sind Optimisten. Wir wollen nicht aufhören, an das Gute im Menschen zu glauben und all die Schönheit zu sehen, die die Welt trotz allem Schlechten immer noch zu bieten hat. Unser Leben war 2017 eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ein persönlicher Krimi, der bisher kein Ende gefunden hat. So nehmen wir den Wunsch nach einem weiteren kleinen Menschen, den wir mit Liebe und Glauben an das Gute und Schöne in unsere Mitte nehmen können, mit ins neue Jahr. Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

 

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19 Gedanken zu “Von einer Frau, die auszog, um schwanger zu werden ° Meine Geschichte von 2017 oder ein etwas anderer Jahresrückblick

  1. Liebe Barbara,

    ich habe die Entstehung deines Blogs von Anfang an erlebt und bin von deiner Entwicklung unglaublich beeindruckt!
    Du schreibst wunderbare, treffend formulierte Texte, deine Fotos und das was du zeigst, sind rundum gelungen.
    Es freut mich sehr, dass du deinen Weg gefunden hast! :-)

    Was den ~Neid auf andere Blogs angeht: Lies doch mal „Light is the new Black“ von Rebecca Campbell. :-)

    Liebe Grüße,
    Verena

    1. Ui, das ist aber lieb!
      Ich freue mich sehr, dass dir meine Texte und Fotos so gefallen, you made my Day ;-)

      Danke für den Buchtipp!

      Ganz liebe Grüße zurück!
      Barbara

  2. Liebe Barbara
    was für ein schöner, aber auch bewegender Rückblick. Viele ups und downs. Und ich hoffe sehr, dass 2018 viele schöne Momente und die Erfüllung der Hoffnungen die 2017 nicht wahr werden sollten. Weiterhin auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß mit deinem Blog.
    Ich freue mich immer sehr etwas Neues von Dir zu lesen oder auf instagram ein paar Bilder zu gucken.
    Auf ein wunderbares Jahr…
    Herzliche Grüße
    Christine

      1. Danke, liebe Barbara 😘
        das Haus wird allmählich… Rohbau steht. Nun geht es bald an den Innenausbau. Ich fürchte das wird uns noch ein paar Nerven kosten… Aber wenn es dann am Ende ganz nach unseren Wünschen ist, dann ist alles gut.
        Vor dem Umzug mit all dem Chaos graust mir ein wenig… Mit zwei kleinen Kindern ist das ja alles nicht so einfach zu managen. Aber wird schon werden.
        Ganz liebe Grüße 😘

  3. Das ist richtig schön geschrieben und geht unter die Haut, danke für deine Ehrlichkeit. Und ich wusste gar nicht, dass du aus Polen kommst, das finde ich ja richtig gut. Liebe Grüße und mach bloß weiter so. Dann haben wir ja im selben Jahr mit dem Bloggen begonnen :-) – nur dass du einen echten Plan hast dafür, wow

    1. Hallo liebe Andrea, danke dir für deine Worte. Ehrlichkeit ist mit das Wichtigste für mich im Leben, ich könnte es mir anders nicht vorstellen. Man lebt sehr befreit, wenn man zu anderen und vor allem zu sich selber aufrichtig ist. Deutsche bin ich erst seit ich sechs Jahre alt war, meine Kindheit habe ich auf einem idyllischen Dorf in Polen verbracht. Du bist aber nicht aus Polen oder? Mach du bitte auch weiter, du hast einen schönen wertvollen Blog! Zum Blogplan: wenn man mit einem Blog irgendwann seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte, bleibt das wohl nicht aus. Macht aber saumäßig Spaß ;-) Ich schicke dir ganz viele warme Grüße! Barbara

      1. Liebe Barbara, ich finde den Plan ja mutig, mit dem Bloggen Geld verdienen zu wollen und melde mich dann mal für ein Coaching an, wenn du es geschafft hast :-) Ehrlichkeit finde auch ich am wichtigsten, vor allem und immer sich selbst gegenüber – wie wahre Worte du sagst. Nein, ich bin nicht offiziell aus Polen, meine Wurzeln aber schon und ich habe eine wunderbare Freundin, die aus dem Land stammt und es mir einfach ans Herz wachsen ließ. Wir sollten öfter im Austausch bleiben, ich finde das wichtig, schaffe es aber leider auch nicht immer so mit dem Nachkommen mit Kommentaren und Co so wie ich eigentlich möchte. Ganz liebe Grüße dir aber

  4. Ein sehr schöner und emotionaler Rückblick. Zuerst einmal fühl Dich gedrückt, es tut mir sehr leid. Es ist egal wie und wann immer ein grosser Verlust und man wird dieses kleine ungeborene Wesen niemals vergessen. Aber glücklicherweise lassen einem die Kinder nicht viel Zeit zum Grübeln.
    Was ich ganz besonders mutig fand, war Dein Entschluss zu kündigen und ins kalte Wasser zu springen! Solch einen Mut müsste ich mir auch aneignen.. Aber ich denke Du machst das richtig gut! Und Dein Blog ist in kürzester Zeit sehr gewachsen und ich finde ihn hamma! Mach weiter so und ich freue mich sehr auf ein neues Jahr mit der Hammamama! Alles Liebe und Gute für 2018, bin sicher wird ein tolles Jahr
    Joevlin

    1. Danke liebe Joevlin, für deine warmen Worte und deine Treue zu HAMMAmama. Über beides freue ich mich sehr. Ich bin einfach nicht der Typ, der sich an Vergangenes klammert. Das macht vieles leichter für mich. Ganz liebe Grüße , ich freue mich ebenfalls total auf ein neues Jahr mit dir und meinen anderen Lesern! Barbara

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