„Heul nicht wie ein Mädchen“ ° Lasst unsere Kinder in Ruhe!

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„Heul nicht wie ein Mädchen“. Ein vernichtender Satz, in vielerlei Weise. Schnell dahingesagt, meistens von Vätern zu ihren Söhnen, ohne groß nachzudenken. Er ist schließlich tief abgespeichert im Hirn, dieser Satz, denn wir haben ihn von unseren eigenen Eltern gehört und sie bereits von ihren. Was er sagt? Dem kleinen Jungen sagt er: Du bist schwach, wenn du deine Gefühle zulässt. Mädchen zeigen Gefühle, Mädchen sind also schwach. Du wirst ein Mann werden wie ich, dein Vater, und dein Vater hält nichts von Gefühlen. Wenn du also auch ein Mann werden willst, wie dein Vater es dir vorlebt, musst du lernen, sie zu unterdrücken. Und wenn mein Vater findet, dass Mädchen schwach sind, dann wird das wohl stimmen. Dem Mädchen, das in dieser Situation vielleicht nebenan steht, sagt er: Ich bin ein Mädchen und weil ich meine Gefühle zeige, bin ich schwach. Jungs sind stärker als ich, weil sie ihre Gefühle nicht zeigen. 

 

Kinder schauen zu uns Erwachsenen hinauf, auch wenn wir nurein Idiot mit einer beschränkten Weltsicht sind

„Mädchen spielen kein Fußball“ und „Jungs spielen nicht mit Puppen“. Zwei weitere Sätze, die auch im Jahre 2017 noch von Erwachsenen gegenüber Kindern fallen. Ungefragt und ungebeten. Mehr beschränktes Schubladendenken geht wohl nicht, trotzdem werden unsere Kinder immer noch damit konfrontiert. Kinder schauen zu uns Erwachsenen hinauf. Für sie sind wir Riesen, nicht nur physisch, sondern auch in jeder anderen Hinsicht. Aus ihrer Sicht können wir so viele schwierige Dinge, die sie erst erlernen müssen und wissen so viel, was sie noch nicht wissen. Alles was wir tun und sagen, saugen sie wie ein Schwamm auf. Auch wenn einer von uns Großen nur ein Idiot mit einer beschränkten Weltsicht ist, ein Kind weiß das noch nicht. Es nimmt die Worte des Erwachsenen, der zu ihm sagt, dass „Mädchen Nicht Fußball spielen“ und „Jungs nicht mit Puppen kuscheln“ für bare Münze und fühlt sich falsch. Es wollte einfach nur etwas machen, dass es gerne tut. Ganz unschuldig, ohne die Schubladen zu kennen, in die wir Jungs und Mädchen, Frauen und Männer tagtäglich stecken. Und es begreift ganz schnell: ein Junge oder ein Mädchen zu sein, bedeutet einige Dinge tun zu müssen – wie Fußball spielen wenn man ein Junge ist oder Rosa mögen wenn man ein Mädchen ist – und andere Dinge auf keinen Fall tun zu dürfen – wie Fußball spielen wenn man ein Mädchen ist oder mit Puppen spielen wenn man ein Junge ist. Anderenfalls tut man etwas Falsches, denn die Erwachsenen stoßen sich daran. Das Kind lernt: Ich darf nicht ich selbst sein, wenn ich richtig sein will, wenn ich akzeptiert werden will.

 

Unsere Kinder dürfen sich frei nach ihren Vorlieben entfalten – auch wenn diese uns mal nicht so gefallen

Wenn unsere Tochter Fußball spielen möchte, weil es ihr Spaß macht, freuen wir uns mit ihr und spielen mit. Wenn mein Sohn keinen Fußball spielen möchte, weil er keinen Spaß daran findet, zwingen wir ihn nicht in einen Verein, sondern lassen ihn zuhause mit dem Einkaufsladen spielen. Und wenn unsere Tochter sich rosafarbene Stiefel wünscht und ich einen halben Herzinfarkt bekomme weil Rosa und Mädchen und es gibt echt keine größere Schublade in der rosaroten Mädchen-Werbewelt und so… Sie es sich aber von ihrem ganzen kleinen Herzen wünscht, weil sie die Farbe einfach liebt, dann bestelle ich ihr die verdammten rosa Stiefel, auch wenn es mir verdammt schwer fällt und freue mich mit ihr darüber. Weil sie es möchte und es ihr Freude bereitet.

 

Unsere Kinder sind nicht unser Besitz

Je nach persönlicher Prägung und Überzeugung wünschen wir Eltern uns bestimmte Dinge für unsere Kinder. Das ist ein normales menschliches Verhalten und in Ordnung so. Aber wir sollten immer ein waches Auge darauf haben, ob wir etwas, das unser Kind tut oder nicht tut, gutheißen oder ablehnen, weil es dem Kind schadet oder eher weil wir es vielleicht einfach aus persönlichen Vorlieben und Wünschen heraus wollen oder nicht wollen. Da liegt meiner bescheidenen Meinung nach die Grenze. Unsere Kinder sind freie Menschen, die von Geburt an ein Recht auf  sich selbst haben. Sie sind nicht unser Besitz, den wir formen können, wie es uns beliebt. Sie sind Menschen, mit ihren eigenen Gefühlen, Vorlieben und Abneigungen. Das sollten wir Erwachsenen respektieren. Dann werden unsere Kinder ihren eigenen Weg schon finden.

Egal ob er in der Schublade liegt oder außerhalb.

 

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3 Gedanken zu “„Heul nicht wie ein Mädchen“ ° Lasst unsere Kinder in Ruhe!

  1. Achja.. es ist wirklich schwer dagegen anzukämpfen. Wie oft predige ich diese und ähnlich verletzende Sätze nicht zu sagen, weil ich sehe, wie sie meinen Kindern wehtun. Doch diese Erziehubgsstereotypen sind bei vielen einfach so verankert und ich frage mich jedes Mal, warum sie nicht hinterfragt werden. Warum denken so viele Erwachsene nicht an ihre Kindheit und wie sehr sie diese Sätze geprägt haben und was sie aus ihnen gemacht haben. Ist das Vergessen, sobald sie es sagen? Ist es Faulheit, um sich einfach nicht mit Alternativen abgeben zu müssen, oder gar hinterfragen zu müssen, warum das Kind weint? Ich weiss es nicht… aber in jedem Fall tut es mir in der Seele weh, wenn meine Kinder das hören müssen.
    Herzlichst Joevlin

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    1. Danke für deinen Kommentar, liebe Joevlin.
      Ich stelle mir dieselben Fragen auch sehr oft. Besonders frustrierend finde ich, dass wir unsere Kinder vor dieser Dummheit nicht schützen können, weil einige Mitmenschen sie ungefragt meinen Kindern gegenüber äußern. Da könnte ich an die Decke gehen. Was bleibt? Selber versuchen so beständig wie möglich seinen Kindern gegenüber mitfühlsam und offen zu sein. Oder? Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend! Barbara

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