Pssst, Mama! ° Wie das Leben mit Kindern wirklich ist ° Ein ganz normaler Morgen

Mamablog HAMMAmama: Die Wahrheit über das Leben mit Kindern

 

Hi Du,

es gibt Tage im Leben einer Mutter, die sind, nun ja, sagen wir mal, „weniger spaßig“. Das sind zum Beispiel die Tage, an denen ein Kind krank ist und man eigentlich arbeiten muss, aber nicht kann, und mit Ausblick auf einen sehr anstrengenden Tag und eine noch längere Nacht (denn die Arbeit will ja nachgeholt werden) dann on top noch schauen muss, wie man das Geschwisterkind mit fieberndem UND jammerndem UND krankem Kind in Schule oder Kindergarten hin- und wieder zurückbekommt. Oder es sind auch die Tage, an denen man selber krank ist, der wahre Segen aller Mütter. Wenn man sich vor Schmerzen kaum rühren kann, der Mann aber ausgerechnet heute einen wichtigen Kunden zu Besuch hat – ergo keinesfalls absagen kann – und man sich allein auf sich gestellt im Fieberdelirium um zwei kleine Kinder kümmern muss.

Aber mein persönliches Highlight sind die gewöhnlichen Tage, die zwar ganz normal scheinen, an denen aber die Kinder sich schon am Morgen gegen mich verschworen haben. Die Tage, an denen sie schlechte Laune haben, noch sehr müde oder einfach nur Kinder sind. Das kommt dir bekannt vor? Du willst sicher mehr über mein Leid erfahren, um dich ein wenig besser zu fühlen, hmmm? Aber klar doch, gerne. Begleite mich doch einfach durch einen dieser berüchtigten Morgen, den ich knackig in 10 Punkten verpackt habe:

  1. Wir starten ganz Allgemein. Mit einem ewigen Mysterium im Leben von uns Eltern. An den Wochentagen werde ich von den Kindern angemeckert und gehasst, weil ich sie kurz vor sieben aufwecke. An den Wochenenden ernten die Kinder wütende Blicke von mir, weil sie mich um kurz vor sieben wecken. Warum? Warum?? WARUM??? Schlaf? Der ist als Mutter eher rar gesät.
  2. Aber zurück zu diesen speziellen Wochentagen. Noch vor dem Frühstück habe ich zwei weinende Kinder im Arm, die wegen Übermüdung komplett die Nerven verlieren, „weil sie einer angeguckt“ hat. Also ich. Trotzende Kinder sind milde gesagt eine „Herausforderung“. Trotzende müde Kinder sind die Hölle.
  3. Die Uhr im Nacken, bewege ich die Kinder unter Einsatz eines beschwichtigenden Mantras mit Ach und Krach zum Frühstückstisch, wo mit etwas Glück der nächste Nervenzusammenbruch folgt, weil ein Kind den grünen statt den blauen Löffel bekommen hat und das Andere erneut angeschaut wurde. Der Trotz. Siehe oben.
  4. Nachdem ich es endlich geschafft habe, beide Kinder zu beruhigen, ohne selber komplett den Verstand verloren und mit dem Brüllen angefangen zu haben (denn auch ich bin nur ein Mensch, Überraschung! liebe Kinder) frühstücken sie endlich ihr Müsli. Aber nicht ohne grundsätzlich eine große Handvoll dieser fiesen Flocken auf dem Boden und ein paar saftige Pfützen Milch auf dem Tisch verteilt zu haben. Danke. Wer auf Sauberkeit und Ordnung nicht verzichten kann, sollte lieber auf Kinder verzichten. Ehrlich. Mein voller Ernst.
  5. Während ich also versuche, alles so schnell wie möglich sauber zu bekommen und die Kinder sich in dieser Zeit anziehen sollen, fangen die Beiden stattdessen in aller Ruhe an zu spielen. Sie toben, lachen und kuscheln, als hätten sie meine Bitte überhaupt nicht gehört. Ich schaue kurz rüber zu ihnen, wische mir den Schweiß von Stirn und wäre diesem schönen Moment des fluffigsten Geschwisterplüschs fast erlegen…aber ich schaue rüber zur Uhr. Kinder wollen kooperieren, hamse gesagt. Bullshit sagt Mama.
  6. Also wiederhole ich 11 Mal, dass sie sich bitte JETZT anziehen sollen. Erst ruhig, dann bestimmend, am Ende wissen auch die Nachbarn, dass meine Kinder noch nicht angezogen sind. Ich habe mich mal für einen gelassenen Menschen gehalten. Dann bekam ich Kinder.
  7. Als ich mit den Zahnbürsten aus dem Bad komme, ist ein Kind komplett angezogen. Doch zu früh gefreut, denn Hose und Pulli sind falsch herum. Also das Ganze nochmal. Das andere Kind dagegen hat es mit dem Anziehen gar nicht erst versucht, denn auf einmal „kann es das gar nicht mehr alleine“. ???. Kinder wollen selbstständig werden. Ja schon. Aber nie wenn es Mama gerade gelegen käme.
  8. Jetzt ran ans Zähneputzen. Während das kleine Kind nach einem einzigen sanften Bürstenstrich über die vordere Zahnreihe „fertig!!!“ ist, widmet sich das größere hingebungsvoll der ausgedehnten Zahnpflege. Ich putze also dem kleinen Kind selber die Zähne und beschwöre währenddessen das Große, die intensive Zahnreinigung doch bitte auf den Abend zu verlegen. BITTE. Von wegen Kinder putzen nicht gerne die Zähne. Wenn sie damit den Schulbesuch hinauszögern können, würden sie sich zusätzlich sogar hingebungsvoll die Haare waschen und die Nägel schneiden lassen.
  9. Endspurt. Wir haben es mittlerweile in den Flur geschafft. Bevor meine Kinder ihre Schuhe ausziehen, werden diese erstmal gründlichst entleert und ich muss über eine Sanddüne steigen, bevor ich sie erreiche und ihnen mit Schuhen, Jacken, Westen, Schals, Helmen, Tornistern und Rücksäcken helfe. Wann ist endlich wieder Sommer?!?! Wenn man nicht drauf steht, Sand in allen Ecken des Hauses und in allen Ritzen des Körpers zu finden (übrigens nicht nur in dem der Kinder!) der lasse ebenfalls die Finger vom Kinderkriegen.
  10. Als ich nach gefühlten Stunden fertig bin und mich schnell daran mache, mir selber etwas überzuwerfen, sind die Kinder mit Roller und Laufrad ausgebüxt, bereits um die Straßenecke gebogen und dabei von den Rasern in unserer Spielstraße (!) mindestens zweimal beinahe überfahren worden. Mit dem üblichen halben Herzinfarkt hetze ich hinter ihnen her, stoße dabei wilde Drohungen gegen Kinder (die auf mich WARTEN!!!! sollen) und Autofahrer (die sich verdammt nochmal an die Verkehrsregeln halten sollen, wenn das Leben von Kindern auf dem Spiel steht) aus und bin einfach nur heilfroh, dass ich gleich wieder zuhause bin, ganz ALLEIN. Ich freue mich auf die Arbeit, die Stille, den Kaffee. Und ich freue mich darüber, dass meine Kinder noch am Leben sind. Irgendwie mag ich sie ja doch 😉 Du denkst, du hast eine Ahnung, was Angst und Liebe sind und du weißt deine Arbeit, Stille und Kaffee zu schätzen? Nein. Nicht bevor du Mutter bist.

 

Geht es dir manchmal auch so? Schon, oder? Es ist anstrengend Mama zu sein. Es bringt uns täglich an unsere Grenzen. Aber manchmal muss man es einfach mit Humor nehmen. Was Besseres bekommen wir nicht. Und ehrlich gesagt, das wollen wir doch auch nicht, hm?

Auch wenn dich deine Kinder in den Wahnsinn statt in den Liebestaumel treiben, du liebst sie wie verrückt und du gibst immer dein Bestes. Und wenn das Beste, dass du im Augenblick geben kannst, nur ist, sie vor Wut nicht zu zerfleischen. Das ist gut genug. Du bist gut genug. Bist eine HAMMAmama.

Barbara

P.S. dieser Text wurde inspiriert von der Blogparade #TheRealLebenMitKindern aus Fridas Blogazin 2KindChaos. Schau unbedingt mal bei Frida rein. Sie schreibt einen der ehrlichsten Mama-Blogs, den du finden wirst und Ehrlichkeit untereinander können wir Mamas sehr gut gebrauchen.

 

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19 Gedanken zu “Pssst, Mama! ° Wie das Leben mit Kindern wirklich ist ° Ein ganz normaler Morgen

  1. Dein Text ist super! Und ich finde mich darin oft selber wieder. Respekt an alle Mütter kann ich nur immer wieder sagen. Denn alles was wir machen ist harte Arbeit die meist nicht wirklich anerkannt wird. Besonders für unsere eigenen nerven. Aber wir sind stark , das merke ich selber immer wieder.

    Liebe grüße, Jacqueline

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  2. Hallo Barbara,
    dein Text hat meinen Tag gerettet,
    und ich kann mit einem weiteren Lächeln ins Bett fallen.
    Ja, es ist beruhigend zu wissen, dass es den meisten genauso ergeht, wie einem selbst;
    und ich musste doch ganz schön schmunzeln, da ich mich in einigen Situation wieder erkannt habe bzw. meine Kinder. Es ist doch immer wieder faszinierend, wie es immer eins unserer drei Kinder schafft einen (fast) auf die Palme zu bringen. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr so ganz sicher, ob das von ihnen ein ausgeklügelter Plan ist 😂
    und dann wundert man sich doch schon fast über Momente, in den urplötzlich ein Kind ohne Aufforderung ausgezogen ist oder wie schön sie doch ohne Zankerei zusammen spielen können.
    Damit diese Momente dann wohl was besonderes bleiben und es uns Mamas (Eltern) nicht zu wohl wird, kommen sie dann leider nicht all zu oft vor😉
    Viele Grüße an alle Hammamamas

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    1. Danke für deinen Kommentar, liebe Meli! Wie schön, dass mein Text deinen Tag gerettet hat, das freut mich so sehr. Ja, das Leben mit Kindern ist verrückt. Es ist furchtbar anstrengend, nerven- und zeitraubend, oder? Auf der anderen Seite will ich auf keinen Fall wieder zurück, weil ich diese kleinen Biester liebe wie verrückt 😉 Ich wünsche dir viele Nerven und ganz viel Liebe mit deinen drei Süßen, deine Barbara

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  3. Punkt 1-10: Check! Anmerkung zu Punkt 4: Ich habe manchmal den Eindruck, das Muttersein besteht zu 90% aus Sachen aufheben, aufraeumen und irgendwelche Flecken wegmachen. Anmerkung zu Punkt 10: Bei uns gibt es eine physikalische Anomalie. Während wir die 15 Stufen in die Garage runtergehen gibt es einen plötzlichen Zeitsprung von 20 Minuten. Ich habe keine Ahnung wo die bleiben….
    Wenn ich erst einmal beide in Schule und Kindergarten gebracht habe dann atme ich erstmal durch, denn bis dahin meine ich wirklich einen Marathon gelaufen zu sein, denn kurz darauf wartet schon der alltägliche Stau auf dem Weg zur Arbeit.
    Das was mich dabei ganz besonders bedrückt ist, dass ich meine Kinder immer hetzen muss um selbst auch halbwegs pünktlich bei der Arbeit zu sein. Das sollten sie eigentlich nicht mitmachen müssen, aber zur Zeit ist es leider nicht anders möglich.
    Wünsche Dir einen tollen Start in die Woche
    Joevlin

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    1. Hey Joevlin, danke für deinen Kommentar! Ja, wenn man nicht eine EXTREM lässige Einstellung zu Sauberkeit und Ordnung hat, kommt man aus der Falle kaum noch raus. Ich habe es tatsächlich eine Zeitlang versucht, nicht ständig hinterherzuräumen. Es hat nicht geklappt, irgendwann bin ich vor Überforderung zusammengeklappt, weil die Unordnung Chaos in meinem Kopf verursacht hat. Der Punkt mit dem morgendlich Hetzen war für mich ebenfalls HORROR. Das hat sich bei mir entspannt, seit ich nur noch im Homeoffice bin und wir uns „nur“ noch zur Schule beeilen ab und an. Aber manchmal geht es eben nicht anders. Ich wünsche dir dass es bald besser wird, meine Liebe! Halt die Ohren steif du HAMMAmama!

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  4. Huhu Barbara
    ich melde mich auch mal wieder.
    Ein wunderbarer Text, den ich genau so auch hätte schreiben können! Es tut immer wieder gut zu lesen /hören, dass man nicht alleine mit all diesen Momenten des alltäglichen Mama-Wahnsinns ist.
    Herzliche Grüße
    Christine 🤗 😘

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