Zweifelst du manchmal, Mama? ° Du bist nicht allein

HAMMAmama ist ein Mamablog, DIY-Blog und Foodblog

 

Hey du,

mich hat derzeit eine kleine Herbst-Melancholie fest in ihrem Griff. Im Sommer war die Welt noch so rosig, alles lief so gut und wenn nicht, schien die Sonne einmal drüber und es war wieder okay. Die sonnige Jahreszeit brachte eine Unbeschwertheit mit sich, die einen hellen Filter über das ganze Leben gelegt hat. Alles erschien viel schöner, leichter, besser. Dieser Filter wurde vom Herbst aus dem Programm genommen und nun heißt es hello, real life.

 

„Zweifel machen alles vielleichter.“

Das Haus erscheint mir auf einmal dreckig und unordentlich. Ich zweifle stark an meinem Beschluss, die Sache mit der Hausarbeit nicht mehr so ernst zu nehmen und mir mehr Zeit für die Kinder, meinen Mann und mich zu nehmen anstatt für beste Sauberkeit und reinste Ordnung zu sorgen. Bisher klappte das ganz gut, mir fiel keine besondere Unordnung auf. Auf einmal bin ich geschockt über die Zustände hier, fühle mich von einem Tag auf den anderen sehr unwohl und fange hektisch an, hier zu putzen, dort aufzuräumen, da drüben auszusortieren. Warum habe ich es so weit kommen lassen? War es nicht eine Schnapsidee zu glauben, man könne einfach drüber hinwegsehen?

Beim Putzen und Ordnen komme ich mehrmals am Spiegel vorbei und als ich genauer hinschaue, bleibe ich erschrocken stehen. Was ich sehe? Ein Mondgesicht und einen klobigen Körper. Vor Kurzem fühlte ich mich noch so schön, stark und selbstbewusst. So wie ich bin. Jetzt schaue ich in den Spiegel voller Patschehand-Abdrücke und sehe nur noch…bäh. Mir gefällt auf einmal nicht mehr, was ich sehe und ich zweifle ernsthaft an meiner Wahrnehmung. Wie konnte ich das was ich da vor mir sehe, nur für schön halten? Es kommt mir vor, als hätte ich mich selber belogen. Ich wünsche mir die Sonnenbrille wieder zurück, die ich im Sommer aufhatte. Durch die dunklen Gläser betrachtet sah ich in meinen eigenen Augen irgendwie besser und attraktiver aus.

Überhaupt – nun komme ich so richtig ins Denken und mache es mir auf dem fleckigen Sofa bequem – warum füge ich mich nicht einfach ein? Warum versuche ich nicht wie gefühlt alle Anderen um mich herum dünner, sportlicher, gesünder zu sein? Wäre das Leben nicht viel einfacher, wenn ich nicht immer meinen eigenen Weg gehen müsste? und ist es vielleicht doch ein Fehler, bei meinen Kindern weitestgehend auf Erziehung zu verzichten? Vielleicht mache ich am Ende doch Tyrannen aus ihnen, bei all dem Respekt und der Selbstbestimmung, die ich ihnen zugestehe? Was ist, wenn sie ihren Weg ins Leben nicht selber finden, wie ich es mir vorstelle, sondern sie eher eine „führende Hand“ brauchen? Und überhaupt, was, wenn es ein Fehler war, einen sicheren Job hinzuschmeißen, für eine Seifenblase von Traum? Viele arbeiten in einem Job, den sie nicht besonders mögen, warum schaffe ich das nicht? Warum immer so viel hinterfragen, warum immer wieder selber seinen Weg finden wollen, wenn so viele ihn bereits gegangen und die breiten ausgetretenen Pfade so bequem sind? Was wäre denn so falsch daran, weniger anzuecken, mehr Gleichgesinnte und mehr Frieden zu haben? Ich sitze auf dem Sofa inmitten eines chaotischen Hauses in meinem chaotischen Leben und – zweifle. An allem.

 

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„Wir haben alle Zweifel. Mach es trotzdem.“

Und weißt du was? Das ist okay. Unsere Zweifel werden hervorgerufen von allen schlechten Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben. „Hinfallen, aufstehen, Krone richten“, so leben wir unser Leben für gewöhnlich. Manchmal weil wir stark sein wollen, manchmal weil wir es sein müssen. Aber ab und zu, da schleichen unsere bisherigen Fehler, seelische Wunden und falschen Entscheidungen aus den Tiefen, in denen wir sie begraben haben und spuken in Form von Zweifeln durch unseren Kopf.

Kennst du solche Gedanken auch? Lange Zeit dachte ich, dass Zweifel etwas Schlechtes sind. Sie beunruhigen uns, weil sie uns suggerieren, dass wir auf dem falschen Weg sind. Aber wir können sie auch von einer anderen Warte aus betrachten. Sie sind in Wahrheit ein Kompass, der uns dazu anhält, kurz stehen zu bleiben und unseren Kurs zu überprüfen. Um uns nochmal zu versichern, dass es der richtige ist. Denn was wäre die Alternative? Seien wir mal ehrlich, die wollen wir doch erst recht nicht, auch wenn es manchmal zugegeben der einfachere Weg wäre.

Der Herbst hat mich etwas mitgenommen, aber er wird früher oder später vorüberziehen. Jahreszeiten kommen und gehen. So wie unsere Zweifel auch.

 

Wir mögen von Zeit zu Zeit an uns zweifeln, aber lass uns eins nicht vergessen: wir sind HAMMAmamas.

Barbara

Pssst, eins noch: diese Gedanken sind mein Beitrag zur Blogparade #ZweifelimHerbst von Hallo liebe Wolke & Krümel und Chaos. Schau mal rein, es lohnt sich.

 

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2 Gedanken zu “Zweifelst du manchmal, Mama? ° Du bist nicht allein

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