Meine 5 Mamafakten oder Was das Muttersein mit mir gemacht hat

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Vor einiger Zeit fragte Andrin von Mom&Art auf Instagram mich und 4 weitere Bloggerinnen nach unseren fünf Mamafakten. Ich fand die Frage sehr spannend und habe ihr das sehr gerne  und auch sehr spontan direkt auf Instagram beantwortet. Aber ich habe gemerkt, dass ich seitdem immer wieder mal über diese Punkte nachdenke und möchte sie deswegen in einem Blogpost weiter ausführen. Weil diese Punkte so wichtig sind für mein Leben.

1.LIEBE & ANGST

Bevor ich Kinder hatte, war mir nicht bewusst, wie unfassbar viel Liebe, aber auch unfassbar viel Angst man für und um einen Menschen empfinden kann.

Ich liebe meine Eltern, ich liebe meine Geschwister und ich liebe meinen HAMMAmann. Sogar sehr. Aber die Liebe, die ich für meine Kinder empfinde, geht so wahnsinnig tief und ist so stark, dass jede andere Liebe dagegen verblasst. An dieser Stelle: sorry, Liebling! Wenn meine beiden Kinder mich anlächeln, sich an mich schmusen oder ich ihre schlafenden Gesichter betrachte, überwältigt mich ein warmer, süßer Schwall eines ganz krassen Gefühls. Diese wunderwunderhübschen Wesen sind das Schönste, das ich je sah und jemals sehen werde. Ich möchte sie abknutschen und drücken, mit all meiner Mamakraft. Ich will sie beschützen vor jedem Leid und vor jedem blöden Menschen auf dieser Welt. Ich will dass sie glücklich sind und immerzu fröhlich und ausgelassen und unbeschwert. Ich will ihnen alle Hindernisse aus dem Weg räumen, sie durch das Leben auf Händen tragen. Ich platze beinahe vor Stolz, wenn sie einen neuen tollen Satz sagen können oder freundlich zu anderen Menschen sind. Ich bin wahnsinnig verliebt in die Beiden und noch viel mehr als das.

Weil diese beiden kleinen Menschen so kostbar, so absolut unersetzlich für mich sind und weil ich ihre Mama bin und es mein Auftrag ist, sie zu beschützen, habe ich manchmal auch eine furchtbare Angst. Dass ihnen jemand wehtut. Dass sie schwer krank werden. Dass ihnen etwas zustößt, sie entführt werden oder Schlimmeres. Ich habe mir früher ganz gerne diese Jahresrückblicke im Fernsehen angeschaut und tat es auch wieder, nachdem mein Sohn geboren war. Er war 3 Monate alt und lag friedlich schlummernd auf meinem Bauch. Alles war gut, bis die Eltern eines Jungen auftraten, der einige Monate zuvor spurlos verschwunden war. Die Polizei konnte ihn nicht finden, es gab Anzeichen, dass er ermordet worden sein könnte, sicher war es aber nicht. Ich werde niemals vergessen, wie ich dort saß und es mich vor lauter Herzschmerz so sehr vor Weinen schüttelte, dass ich meinen Babysohn damit aufweckte. Mich hatten solche Beiträge vorher natürlich nicht kalt gelassen, aber ich hatte sie immer mit einer gewissen emotionalen Distanz betrachtet. Nun da ich selber Mutter geworden war und mir sofort vorstellte, das würde meinem Kind und uns zustoßen, konnte ich nicht mehr an mich halten. Ich gab das Baby dem Mann und brauchte eine lange Zeit, um mich wieder einigermaßen zu beruhigen.

Seit diesem Vorkommnis habe ich dazugelernt und meide solche Situationen. Nicht aus Ignoranz dem Leid anderer Menschen gegenüber, sondern weil mir allein der Gedanke an mögliche Szenarien von Krankheit und Tod meine Kinder betreffend so nahe geht und eine so starke Angst in mir auslöst, dass ich mir das ersparen möchte. Ich möchte nämlich positiv auf das Leben schauen und meine Kinder unbescholten ihre Erfahrungen machen lassen. Nicht die Angst soll unser Leben beherrschen, sondern Mut und Liebe.

2. MÜDIGKEIT & INNERE KRAFT

Ich wusste vor meiner Mutterschaft nicht, wie müüüüüüde ich sein und es trotzdem schaffen kann, irgendwie weiterzumachen.

Natürlich bekommt man auch als Kinderlose mit, dass das Leben mit Baby und Kleinkind nicht allzu viel Schlaf mit sich bringt. Dieser Fakt an sich war für mich keine Überraschung. Aber wie so oft liegen Theorie und Praxis mal wieder seeehr weit auseinander. Denn wenn es so weit ist, wenn aus der grauen Theorie lebendige Praxis wird, wenn man ein Neugeborenes hat, das sich für den Unterschied zwischen Tag und Nacht erstmal herzlich wenig interessiert und nichts Anderes im Sinn hat, als von Mama oder Papa getragen und gestillt (gut, da sind die Papas dann raus) zu werden, ist das in den ersten Tagen ja noch machbar. Ich war am Anfang eh noch voller Glückshormone, ich glaube, ich habe gar nicht richtig gemerkt, wie müde ich war. Außerdem war der Anblick dieses zarten Wesens, das unglaublicherweise MEIN KIND war, viel interessanter für mich als Schlaf. Aber irgendwann fordert die Natur ihren Tribut. Auch frischgebackene Mütter auf Oxytocin müssen sich regenerieren und SCHLAFEN. Dieser Umstand interessiert das Baby wiederum herzlich wenig. Man sagt sich, „okay, das schaffste schon irgendwie, das wird ja nicht ewig so weitergehen. Noch ein paar Tage, dann wird es bestimmt schon besser und das Baby schläft Nachts auch mal länger“. Die Hebamme schwieg eisern, als ich ihr meine Überzeugung vorbrachte, das hätte mich stutzig machen sollen. Aus Tagen wurden Wochen und aus Wochen wurden Monate. Unser kleiner Mann brauchte 7 Monate, bis er auf regelmäßiger Basis 5-6 Stunden „durchschlief“. Rückblickend frage ich mich ernsthaft, wie der Mann und ich dieses erste halbe Jahr geschafft haben.

Als das kleine Fräulein zu uns stieß, wussten wir ja nun GANZ GENAU was auf uns zukommt, und gingen viel entspannter mit der Sache um. Sie schlief dann auch schon nach wenigen Wochen die ganze Nacht durch.

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3. MEIN HAMMAKÖRPER

Es hat mich vom Hocker gehauen, was ich und mein Körper drauf haben!

Da denke ich zuerst an die Schwangerschaft. In mir sind zwei Menschen entstanden und gewachsen. Wahnsinn! Oder??? Denkt ihr Mamas da draußen das nicht auch manchmal? Dass es verrückt ist, dass mitten in unserem Körper innerhalb von nur 9 Monaten aus einem winzigen Zellklumpen ein richtiger kleiner Mensch herangewachsen ist? Dass wir die Schläge und Tritte dieses Menschen durch unsere Bauchwand spüren und sehen konnten? Dass wir ihm einen Schutzort gegeben und es durch unsere eigene Ernährung miternährt haben? Ich finde, das ist wirklich der reine Wahnsinn.

Und dann die Geburt, was für ein krasses Erlebnis. Ich konnte mein kleines Mädchen spontan entbinden und trotz der Schmerzen empfinde ich es als großes Geschenk. Ich fand die Geburt einfach überwältigend. Loszulassen und sich ganz dem Lauf der Natur hingeben. Das hatte etwas Beängstigendes für mich, war  aber gleichzeitig das Beste, das ich in meinem Leben erlebt habe. Welche Kraft und Ausdauer in mir steckt! Ich habe aus dieser Geburt so viel Kraft und Stärke für mein Leben mitgenommen. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, wozu ich fähig bin, wenn ich wirklich will und nicht aufgebe. Ich fühle mich seitdem stark und autonom und ich mag das sehr.

Zu guter Letzt das Stillen. Ich habe zwei hilflose Menschen mit meinen eigenen Körper ernährt, wow! Ich habe das Stillen geliebt. Dieses innige Zusammensein mit meinem Kind, die Berührung unserer warmen Haut, die Ruhe währenddessen. Ganz bei mir und bei meinem Baby zu sein war für mich traumhaft schön. Ich weiß, dass ich sehr viel Glück hatte, dass es bei beiden Kindern auf Anhieb gut geklappt hat und ich von allen Stillproblemen verschont geblieben bin. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich weiß von vielen anderen Mamis, dass das nicht selbstverständlich ist. Aber ich persönlich habe sehr positive Erinnerungen an die Stillzeit und bin stolz auf meinen Körper, wie er das gewuppt hat.

4. NACH DER MAMA IST VOR DER MAMA

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber ich verstehe meine eigene Mutter in vielen Dingen so viel besser als zu der Zeit bevor ich Mutter geworden bin.

Wir hatten nie eine wirklich schlechte Beziehung, aber ich habe ihr als Tochter aus dieser einseitigen Perspektive einige Dinge übel genommen, die meine Rolle als Mutter einfach nochmal in ein anderes Licht gerückt hat. In ihr Licht, ihre Perspektive. Auf einmal kann ich so vieles verstehen, was mir vorher nicht möglich war, weil mir ebendiese Perspektive fehlte. Ich bin versöhnlicher geworden ihr gegenüber und sie mir gegenüber auch. Mama sein bedeutet LIEBE. Nicht nur seinen Kindern gegenüber.

5. ALLES EASY!

Meine Kinder haben mich ein großes Stück entspannter gemacht. Ich war früher ein großer Anhänger des Perfektionismus und ein echter Kontrollfreak. Alles war immer genauestens durchgeplant, alles musste bis ins kleinste Detail stimmig sein, nie hatte ich Zeit im Augenblick zu verweilen und ihn zu genießen. Mann, war ich unentspannt! Und das Schlimme war, ich habe es nicht mal gemerkt, dass es so war. Dann kamen die Kinder und lehrten mich, dass ich das Streben nach Perfektion und absoluter Kontrolle mit ihnen an meiner Seite getrost vergessen kann. Das fängt ja schon mit der Geburt an, siehe Punkt 3. Die Beiden haben mein Leben gehörig durcheinandergebracht und…ich liebe es. Ich gebe zu, ich musste mich daran gewöhnen. Ich fand es nicht von Anfang an toll, Kontrolle über mein Leben und das Streben nach Perfektion aufzugeben. Ich habe mich einige Zeit dagegen gewehrt und es mir dadurch noch schwerer gemacht. Aber nach und nach ließ ich locker. Es war ein langer Prozess, in dem ich mich wahrscheinlich immer noch befinde und das ist gut so, denn Stillstand bedeutet Tod, oder wie heißt diese Redewendung?!?!? Jedenfalls bin ich wesentlich entspannter als früher. Ich kann problemlos in einen Tag starten, ohne einen einzigen Punkt geplant zu haben. Einfach aufstehen, frühstücken und dann mal schauen, was der Tag so bringt. Oder ich lasse Unordnung einfach mal Unordnung sein, weil ich mich lieber ausruhen möchte, wenn die Kinder im Bett sind. Oder ich verweile im Augenblick und genieße ihn einfach. Sauge ihn voll auf, mit allen Sinnen. Ganz ohne darüber nachzudenken, was als Nächstes getan werden muss.

Muße, Achtsamkeit, Entspannung, Gelassenheit. Das waren Fremdwörter für mich, bevor ich meine Kinder hatte. Jetzt nehme ich das Leben wie es kommt und genieße jeden Augenblick. Ich bin ihnen wirklich von Herzen dankbar. Und der Mann auch 🙂

Wie geht es euch so als Mamas?

Bleibt, wie ihr seid!

Eure Barbara


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